Schuldezernentin Daniela Schneckenburger hat Details zum geplanten Ablauf des neuen Corona-Testverfahrens an Schulen gegeben. © Stephan Schütze (Archivbild)
Schule und Corona

Lollis und Labore: So soll das Testen in der Schule bald funktionieren

Ab spätestens Mitte Mai sollen die sogenannten Lolli-Tests an Grundschulen und Förderschulen durchgeführt werden. Dortmunds Schuldezernentin hat nun erklärt, wie groß der Aufwand dahinter ist.

Ab dem 10. Mai, so plant es das NRW-Schulministerium, sollen an allen Grund- und Förderschulen PCR-Tests im Poolverfahren, bekannt als Lolli-Tests, durchgeführt werden.

Noch ist das nicht endgültig beschlossen – bei der Stadt Dortmund laufen aber längst die Vorbereitungen für das neue Verfahren. Und die haben es in sich.

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger hat im Schulausschuss am Mittwoch (28.4.) Details zum möglichen Ablauf vorgestellt.

„Computergestützte Logistik“ hinter den Pool-Tests

„Wir sind als Stadt Dortmund intensiv dabei, eine Entscheidung herbei zu führen, dass wir uns daran beteiligen“, sagte Schneckenburger im Schulausschuss.

Städte wie Dortmund sollen im neuen Test-System die „computergestützte Logistik“ absichern. Voraussetzung: Alle Schulen müssen in einen tageweisen Wechsel-Unterricht, der ohnehin erst ab einer Inzidenz unter 165 wieder möglich ist.

Alle Schülerinnen und Schüler führen den Test mit einer Art Lutscher durch. Die Ergebnisse werden in einem Pool gesammelt und an Labore in Leverkusen und Düsseldorf weitergeleitet.

Bis 14 Uhr im Labor, Ergebnis am nächsten Morgen

„Der Test soll bis 14 Uhr im Labor sein, zwischen14 und 6 Uhr am nächsten Morgen wird die Analytik durchgeführt“, so Daniela Schneckenburger im Schulausschuss. Insgesamt sollen in NRW 12 Labore für 220 Schulträger zuständig sein.

Ist ein Test positiv, wird die Schule informiert. Dann kommt ein zweites PCR-Test-Kit zum Einsatz, das alle Schüler erhalten. Sie testen sich zuhause selbst. Hierüber wird dann identifiziert, wer positiv ist und welche weiteren Quarantäne-Regelungen notwendig sind.

„Großprojekt“ des Schulministeriums

Viele Fragen schließen sich an, etwa die Vernetzung mit dem Gesundheitsamt. Daniela Schneckenburger hält auch einen späteren Start als den 10. Mai für möglich. Sie spricht von einem „Großprojekt“, das sich das Schulministerium vorgenommen habe.

Möglichst viele kommunale Schulträger müssen dem in den nächsten Tagen zustimmen. Es ist laut Schneckenburger wahrscheinlich, dass es so kommt, aber es bestehe auch ein Restrisiko, dass „das Gesamtprojekt scheitert“.

Die bisher verfügbaren Tests über die Nasen-Schleimhaut hatten in der Anwendung bei jüngeren und beeinträchtigten Kindern große Probleme offenbart.

Die Lolli-Tests (Schneckenburger: „Ein beschönigender Begriff“) sollen langfristig mehr System in das Testen bringen, das an Schulen nach jetzigem Stand noch für längere Zeit notwendig bleiben wird.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth
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