Lkw blockieren die Evinger Dammstraße - Betriebe schimpfen über „Minusgeschäft“

dzÄrger in Eving

Wer derzeit auf der Dammstraße durchkommen möchte, für den kann es schwierig werden. Lkw blockieren regelmäßig Straße und Gehweg. Die Gewerbetreibenden sind sauer.

Eving

, 06.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marita Kowalkowski ist aufgebracht: „Sowas habe ich in meiner ganzen Zeit hier noch nie erlebt!“ Seit fast 30 Jahren führt sie den Altpapier-Container-Dienst Kowalkowski an der Dammstraße in Eving. Doch in den vergangenen Tagen wurde ihr Arbeitsalltag massiv erschwert.

Der Grund dafür befindet sich aber nicht in ihrem Betrieb selbst, sondern direkt vor der Haustür. Regelmäßig wurde in den vergangenen Tagen die Dammstraße von 10 bis 15 Lastwagen blockiert, die hintereinander auf beiden Straßenseiten parken. „Da kommt keiner mehr durch, die Zulieferer überlegen sich jetzt zweimal, ob sie zu uns kommen. Unsere Einfahrt ist ständig versperrt“, sagt die Dortmunderin verärgert.

„Da machen wir definitiv ein Minus“

Marita Kowalkowski ist jedoch nicht die einzige, die damit ein Problem hat. Fast jeder Betrieb an der Dammstraße spürt die Blockierung der Straße im Arbeitsablauf. „Wenn unsere Spediteure gar nicht oder erst nach Feierabend zu uns durchkommen, müssen die Mitarbeiter länger bleiben und ich muss sie länger bezahlen. Da machen wir definitiv ein Minus“, ärgert sich auch Michael Hundt, Betriebsleiter des Metallgroßhandels Mösta.

Doch nicht nur für die Spediteure und Zulieferer werden die parkenden Lkw zu einem Problem. Auch die Pkw, die sich zwar im Slalom durch die Straße buchsieren könnten, bekommen Probleme, wie Michael Hundt deutlich macht: „Man muss sich überlegen, dass da teilweise 10 Lkw hintereinander stehen. Davon ist einer 18 Meter lang. Wenn man die also alle überholen will, muss man 180 Meter fahren. Wenn einem nach 90 Metern dann ein Auto entgegenkommt, wird es problematisch.“

Am Anfang gab es keine Probleme

Den Schuldigen haben die verärgerten Gewerbetreiber bereits ausgemacht. Seit einigen Monaten hat das nationale Unternehmen Autokontor Bayern einen Sitz an der Dammstraße. Am Anfang habe es mit dem Fahrzeugumschlag auch keine Probleme gegeben, heißt es von den Gewerbetreibenden. Die Lkw fuhren zum Be- und Entladen auf den Hof. „Da haben sie, wenn überhaupt, nur ganz kurz die Straße blockiert. Das war vollkommen okay“, sagt Marita Kowalkowski.

Aber mit der Zeit wurde der Hof immer voller. Nach Schätzungen von Michael Hundt stehen mittlerweile rund 3.500 Autos auf dem Hof. Für die Lkw bleibt da zum Be- und Entladen kein Platz. So blockieren sie für mehrere Stunden und zu jeder Tageszeit die Dammstraße und hinterlassen dort auch ihren Müll. „Sie verschmutzen die ganze Straße“, ärgert sich Marita Kowalkowski

Lkw blockieren die Evinger Dammstraße - Betriebe schimpfen über „Minusgeschäft“

Zwischen den Lkw ist kein Durchkommen. © Schaper

Doch nicht nur bei den Gewerbetreibenden sorgen die Lkw für Einschränkungen. Auch die Gehwege sind teilweise versperrt. Für Fußgänger sei das noch kein Problem, aber Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer müssten oft auf die Straße ausweichen. „Und wenn ihnen dann ein Lkw entgegenkommt, kann das wirklich gefährlich werden“, sagt Michael Hundt.

Schwierig, mit Verantwortlichen zu sprechen

Bereits mehrfach habe Marita Kowalkowski versucht, mit den örtlichen Verantwortlichen zu reden. „Aber das war schwierig, im Endeffekt kann die Dame dort auch nichts ändern. Die einzelnen Menschen trifft da sowieso keine Schuld. Auch ein einzelner Lkw-Fahrer könne nichts dafür, dass auf dem Hof nicht genug Platz sei. Es liege an dem Unternehmen, eine Regelung zu finden. Das will jedoch auch auf Anfrage unserer Zeitung keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgeben: „Wir möchten uns dazu nicht äußern“, hieß es.

„Wir wollen uns da auch kooperativ zeigen und sind nicht böse, wenn jemand mal ein paar Minuten die Straße belegt“, sagt Marita Kowalkowski. „Aber es muss eine Lösung gefunden werden, mit der wir alle leben und auch arbeiten können.“

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