Mancherorts in Dortmund könnte es eng werden mit dem schnellen Internet fürs Home Office. © Alex Kulikov | unsplash.com (Symbolbild)
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Langsames Internet: Wo das Homeoffice in Dortmund Geduld erfordert

Wenn Eltern zu Hause arbeiten und Kinder zu Hause unterrichtet werden, braucht das eine schnelle Internetverbindung. An manchen Orten in Dortmund ist die allerdings weit weg.

Ein Lockdown ist eine belastende Zeit, auch für die eigene Internetverbindung. Wer von zu Hause aus arbeitet, lernt, spielt und sein Sozialleben organisiert, der braucht schon eine gute Leitung. Für einige Dortmunderinnen und Dortmunder ist wirklich schnelles Internet aber dann doch recht weit weg.

Im Lockdown steigt das abgefragte Datenvolumen

Eine Studie unter Beteiligung des Frankfurter Internetknotenbetreibers DE-CIX zeigt einen Anstieg des durchgesetzten Datenvolumens um 15 bis 20 Prozent binnen einer Woche nach Beginn eines Lockdowns.

Wie schnell genau eine Internet-Verbindung sein sollte, um gut mit dem Homeoffice klar zu kommen – also wie viel Megabit pro Sekunde (Mbit/s) Down- und Upload die Leitung leisten kann – hängt von den Umständen ab. Das lässt sich also nicht auf einen klaren Wert definieren. In Dortmund gibt es allerdings einen Anhaltspunkt, anhand dessen sich aufzeigen lässt, wo Homeoffice wohl eher Geduld erfordert.

Karte zeigt weiße Flecken beim Breitband

Björn Meder ist Gigabitkoordinator bei der Wirtschaftsförderung Dortmund, betreut also den Antrag der Stadt Dortmund zur Breitbandförderung des Bundes, und weiß, wo die weiße Flecken beim schnellen Internet in Dortmund liegen.

Ein weißer Fleck, das ist ein Hausanschluss, bei dem nicht mindestens 30 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit zur Verfügung stehen.

Wie sich die weißen Flecken prozentual in Dortmund verteilen, zeigt eine Karte zum Förderantrag, die Björn Meder uns zur Verfügung stellt. Sie ist 2017 entstanden und bildet den Stand von 2017, einschließlich der gemeldeten Ausbaupläne bis 2020 ab.

Es könne jedoch sein, dass einige der Pläne nicht umgesetzt worden seien oder das eigenwirtschaftliche Ausbauten stattgefunden haben, die 2017 nicht gemeldet waren. Dennoch sei die Karte zurzeit die beste Übersicht über die weißen Flecken in Dortmund, die veröffentlicht werden dürfe.

Vor allem Ränder im Norden und Süden sind lahm dran

Vor allem in den äußersten Stadtteilen im Norden und Süden liegen prozentual die meisten weißen Flecken im Förderantrag. Im Westen der Stadt liegen dagegen eher wenige.

Dass es vor allem an den Rändern gelegentlich finster aussieht mit dem schnellen Internet, ist kein neuer Befund. Auch der Breitbandatlas des Bundes-Verkehrsministeriums zeigt eine vergleichbare Verteilung für den Referenzwert 50 MBit/s oder mehr. Allerdings gebe es über die ganze Stadt verteilt weiße Flecken wie bei einem Schweizer Käse, sagt Björn Meder. Das berge eine Chance.

Denn die Wirtschaftsförderung arbeitet, ihrem Namen gemäß, seit Jahren daran, mit Förderprogrammen auf einen Ausbau des gigabit-fähigen Netzes in Dortmund hinzuwirken. Werde dafür zum Beispiel eine Glasfaserverbindung in die Nähe eines weißen Fleckes gelegt, könnten andere Anlieger leichter mit an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

Fast zwei Drittel haben Gigabit-Geschwindigkeit

War das bisher erfolgreich? Laut dem Gigabit-Kompetenzzentrum des Landes haben 2020 bieten zwei Drittel der Dortmunder Anschlüsse eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s (2019: 5,4%). Es scheint also, als habe sich einiges getan beim schnellen Internet.

Allerdings sei dies zu erheblichem Anteil auf die Aufrüstung der Kabelnetze mit DOCSIS 3.1 zurückzuführen, sagt Björn Meder. Und bei diesen kann es, anders als bei einem reinen Glasfaser-Anschluss, zu Spitzenzeiten durchaus dazu kommen, dass weniger als die genannte Bandbreite beim Kunden ankommt.

Den Zuschlag für den Anschluss der weißen Flecken an ein schnelleres Netz habe DOKOM21 erhalten, so Björn Meder. Inklusive Fördergeldern des Bundes und des Landes. Losgehen könne der Ausbau aber erst, wenn die finalen Bescheide vorliegen und anschließend der Vertrag unterzeichnet werden dürfe. Ab dann sei mit einer Bauzeit von etwa viereinhalb Jahren zu rechnen.

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Bastian Pietsch

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