Wie hier bei der Station Kampstraße blieben am Dienstag (20. Oktober) sämtliche U-Bahnhöfe in Dortmund geschlossen. © Anne Schiebener
Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst

„Langsam reicht es“: Dortmunder sind empört über nächsten ÖPNV-Warnstreik

Nach der Ankündigung des vierten Streiks im öffentlichen Nahverkehr trifft die Nachricht auf viel Unverständnis: „Es fällt immer schwerer, für diese Streiks noch Verständnis aufzubringen.“

Am Montag (19.10.) und am Dienstag (20.10.) soll erneut im öffentlichen Nahverkehr in Dortmund gestreikt werden. Während am Montag selbst nur die Mitarbeiter in den Kundencentern von DSW21 und die Fahrkartenkontrolleure zum Streik aufgerufen wurden, werden am Dienstag unter anderem die Stadtverwaltung sowie der ÖPNV lahmgelegt.

Die Gewerkschaft reagiert damit auf das von der Arbeitgeberseite am Freitag vorgelegte Angebot (3,5 Prozent mehr Geld über drei Jahre), das man für „eine Provokation“ halte – Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Lohn ohne Stückelung. Die meisten Dortmunder reagieren auf den nächsten Streik jedoch negativ.

„Langsam reicht es“

Während manche Facebook-Nutzer noch Pläne schmieden, wie sie an den Tagen zur Arbeit kommen („Das wird ja lustig nächste Woche, da werd‘ ich dann doch schon wieder selber Auto fahren müssen“, sind andere empört über die Anzahl der Streiks: „Langsam reicht es. Es fällt immer schwerer, für diese Streiks noch Verständnis aufzubringen.“

Viele beschweren sich auch darüber, dass mit diesen Streiks nicht an andere Berufstätige gedacht werde, die es sowieso schon durch die Corona-Krise schwer haben.

So schreibt ein Nutzer: „Gerade in dieser Zeit, wo die Corona-Krise wieder an Fahrt gewinnt, halte ich diese Streiks im ÖPNV zumindest für instinktlos. Zumal damit die getroffen werden, die dringend auf Bus und Bahn angewiesen sind. Viele von ihnen wissen nicht, ob sie noch lange einen Job haben oder ob ihr Arbeitgeber die Corona-Krise nicht übersteht. Für das Schicksal dieser Menschen scheint sich die Gewerkschaft nicht zu interessieren.“

„Streik verursachen die, die keine höheren Löhne zahlen wollen“

Trotzdem gibt es auch Stimmen, die sich für den Streik aussprechen: „Streik verursachen die, die keine höheren Löhne zahlen wollen. Nicht die, die für höhere Löhne kämpfen.“

Daraufhin stärkten auch andere Befürworter die augenscheinlich weniger vertretene Meinung, dass die Arbeiter, die ein höheres Gehalt verdient hätten, das auch bekommen sollten.

Jedoch wird daraufhin argumentiert, dass Deutschland gerade in der möglicherweise schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit stecke. „Viele Branchen kämpfen ums Überleben, durch die Maßnahmen verlieren auch viele alles, was sie haben“, schreibt ein User.

Und weiter: „Nicht wenigen droht Arbeitslosigkeit und der Verlust all dessen, was man sich im Leben aufgebaut hat. Und dann meinen diejenigen, die einen sicheren Job haben, für eine meines Erachtens DREISTE Gehaltserhöhung demonstrieren zu müssen und lehnen ein Kompromissangebot ab.“

Alles in allem zeichnet sich eine sehr kritische Einstellung gegenüber den nächsten Streiktagen in Dortmund ab. Bei vielen fällt die Einschränkung vieler berufstätiger Menschen in Zeiten steigender Corona-Zahlen auf Unverständnis.

Über den Autor
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Geboren im Jahr 1996 am Rande des Ruhrgebiets hat es mich zum Studium nach Dortmund verschlagen. Seit 2018 bei den Ruhr Nachrichten und schreibe gerne über die aktuellsten Themen.
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Joshua Schmitz

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