Kultur in Corona-Zeiten: Sinken oder steigen jetzt die Eintrittspreise?

dzDigitaler Stammtisch

Wie geht es der Kultur in Corona-Zeiten? Darüber sprachen Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech und Theatermacher Horst Hanke-Lindemann beim Digitalen Stammtisch.

Dortmund

, 10.06.2020, 21:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beide Gesprächspartner gehören zu den Optimisten. Das war beim „Digitalen Stammtisch“ unserer Redaktion unter dem Titel „Ist Corona das Ende der Dortmunder Kultur?“ schnell zu spüren. „Selbst wenn die Pandemie noch Jahre andauern sollte, wird es die Künstler weiter geben“, sagte Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech. Und denen wolle man weiter eine Bühne bieten.

Theater-Macher Horst Hanke-Lindemann sieht es genauso. „Auch das Publikum dürstet danach, endlich wieder Kultur zu erleben“, stellt er fest. „Das ist unsere Aufgabe. Wir müssen den Leuten Kultur bieten.“

Wieder Leben auf den Bühnen

Und die bieten sie auch bereits. Im Fletch Bizzel, dem von Hanke-Lindemann gegründeten und geleiteten freien Theater an der Humboldtstraße, wird seit einer Woche wieder gespielt. Unter Corona-Bedingungen mit bis zu 36 Zuschauern.

Im Konzerthaus fanden am 7. Juni wieder die ersten Konzerte statt - mit rund 400 statt 1500 Zuschauern. Mehr lässt das Hygienekonzept nicht zu. Dass auch diese 400 Plätze nicht voll besetzt waren, führt Raphael von Hoensbroech auf die Verunsicherung vieler Menschen zurück. Das Vertrauen des Publikums zurückzugewinnen sei jetzt eine der wesentlichen Aufgaben, war er sich mit Hanke-Lindemann einig.

Einig waren sich beide auch in einem weiteren Punkt: Trotz der beschränkten Möglichkeiten wolle man nicht an der Preisschraube drehen. Die Preise werden weder sinken, noch steigen. Die Kosten seien immens gestiegen. „Aber das können wir nicht an das Publikum weitergeben“, sagte Hanke-Lindemann. Im Zweifelsfalle müsse es in irgendeiner Form Subventionen für die Zuschauer geben.

Sponsoren bleiben an Bord

Ob von Hoensbroech die Stadt irgendwann um einen höheren Zuschuss bitten muss, hänge von der Entwicklung der nächsten Spielzeiten ab, erklärte der Konzerthaus-Intendant. Beim Kartenverkauf für die neue Saison liege man bislang 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahr.

Unter den aktuellen Beschränkungen würde man als GmbH „innerhalb kurzer Zeit ohne zusätzlichen Zuschuss insolvent gehen“, sagte von Hoensbroech. Seine Hoffnung ist aber, dass man schon bald wieder die Zuschauerzahl im klimatisierten Konzerthaus erhöhen kann. „Und auch die Sponsoren haben uns durch die Bank die Stange gehalten“, freut sich von Hoensbroech. Es sei in der Corona-Zeit sogar gelungen, einen neuen Sponsor zu gewinnen.

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Ähnlich optimistisch ist auch Hanke-Lindemann für das Festival Ruhrhochdeutsch, das mit Blick auf die Abstandsregeln vom Spiegelzelt in das Schalthaus 101, eine alte Industriehalle auf Phoenix-West, umzieht. 20.000 Karten waren schon vor der Corona-Krise verkauft. Und auch die letzten 10.000 Karten werde man noch ans Publikum bringen, ist der Theatermacher überzeugt.

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