Kürzungen bei Continental - Das sind die Auswirkungen auf Vitesco in Dortmund

dzAutozulieferer spart

Der Autozulieferer Continental stellt sich um. Standorte und Stellen fallen weg. Der Unternehmenszweig Vitesco Technologies hat in Dortmund rund 800 Beschäftigte.

Dortmund

, 22.11.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Automobilzulieferer Continental steht vor einer umfassenden Unternehmenstransformation. Das Unternehmen begründet diese mit einer beschleunigten Umstellung auf Elektromobilität, die Continental weltweit zu Anpassungen und auslaufender Produktion an mehreren Standorten zwinge.

Das betrifft auch den Geschäftsbereich Vitesco Technologies. Einen Standort des Unternehmenszweigs, der Lösungen für elektrische Antriebe sowie Verbrennungsmotoren entwickelt, gibt es auch in Dortmund. Rund 800 Mitarbeiter sind an der Arminiusstraße in Dorstfeld beschäftigt.

Die Continental AG überprüfe das Geschäft mit Komponenten zur Kraftstoffförderung und das Geschäft mit SCR-Systemen, die giftige Autoabgase reinigen. Die Hauptgründe dafür seien der intensive Preisdruck sowie die hohe Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung des Markts für Dieselmotoren. Das betreffe auch den Standort Dortmund, teilte das Unternehmen mit.

Im Dortmunder Standort sei bei einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche von einem signifikanten Personalabbau die Rede gewesen, sagte Volker Strehl, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Dortmund. "Ich befürchte, dass es nicht gerade wenig sein werden."

Dortmunder Delegation demonstriert vor Konzernzentrale

Eine IG-Metall-Delegation von 25 Dortmunder Beschäftigten ist deshalb am Mittwoch zum Hauptsitz des Unternehmens nach Hannover gefahren, um dort gegen die angekündigten Standortschließungen der Continental und den Beschäftigungsabbau zu demonstrieren.

Insgesamt seien gut 870 in Deutschland Beschäftigte nach Hannover gereist, sagte Volker Strehl. Der Aufsichtsrat kündigte dort am Mittwoch den Wegfall von rund 3570 Stellen an den deutschen Standorten Babenhausen, Limbach-Oberfrohna und Roding für die kommenden Jahre an.

Auf Anfrage bestätigte Simone Geldhäuser, Pressesprecherin von Vitesco Technologies, dass für Dortmund die "Zusagen zur Beschäftigungsgarantie bis 2023 weiterhin Gültigkeit haben werden". Für die strukturelle Transformation werde man die "natürliche Fluktuation" und den"demographischen Wandel" nutzen. Im Klartext bedeutet das: Scheiden Arbeitnehmer aus Altersgründen aus dem Unternehmen aus oder verlassen es aus anderen Gründen, werden diese Stellen nicht neu besetzt.

"Die anstehende technische Transformation muss mit einer sozialen Transformation einhergehen", fordert Volker Strehl. Sie dürfe nicht einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden: "Wir fordern Sicherheit für die Arbeitsplätze in Dortmund und an allen anderen Standorten."

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