Künstler sucht Fotos aus Dortmunder Quadraten

Projekt

Thomas Höckmann teilt das Ruhrgebiet in Quadratkilometer ein. Aus jedem Quadrat sucht er ein Foto. Mit den Fotos bestückt er sein Online-Foto-Projekt. Insgesamt sind es 2010 Quadrate. Zahlreiche davon liegen in Dortmund - jetzt sucht er Fotos.

DORTMUND

12.01.2012, 10:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das iPad zeigt eins der 900 Fotos, die Thomas Höckmann bereits gesammelt hat.

Das iPad zeigt eins der 900 Fotos, die Thomas Höckmann bereits gesammelt hat.

Thomas Höckmann hat schon viel gemacht. In Bochum studiert, Reisegruppen durch Marokko geführt, in einem Stadtplanungsbüro in Tansania Straßenführungen entworfen. Jetzt, „mit rund Ende 50“, wohnt er mit seiner amerikanischen Ehefrau in Brechten und arbeitet bei einem Goldankauf-Geschäft. Und puzzelt seit zwei Jahren an seinem Foto-Projekt. Setzt sich sonntags aufs Rad, um peu à peu die Lücken zu füllen: Hinfahren, schöne Ecke suchen, knips!

 Seine Fotos sind eigentlich nur Platzhalter. In seiner Bekanntschaft und in Online-Foren sucht er nach Teilnehmern, die ihm Fotos schicken. Fertig ist das Projekt, wenn in jedem der 2010 Quadrate ein Bild von jemand anderem gespeichert ist. Bisher sind es 200 Fremdbilder, der Rest ist von ihm selbst. Und er hofft, dass sich über die Internetseite noch viele melden und helfen, das Verhältnis umzudrehen.  Warum macht jemand so ein Großprojekt? Mögliche Antwort: Thomas Höckmann hat Geografie studiert und fotografiert gern. Also Ruhrpott rastern und mit Fotos pflastern. Andere Möglichkeit: „Das Ruhrgebiet ist schon grell“, sagt er. Der Brechtener mag Dortmund, seine Menschen und die Städte drumherum. Also setzt er ihnen eine Art Denkmal.

 „Was interessiert Menschen am meisten?“, fragt er und verrät’s: „Andere Menschen.“ Also hat Höckmann, selbst Mensch, für die Teilnahme an seinem Projekt nur eine Bedingung aufgestellt: Auf jedem Foto soll mindestens ein Mensch zu sehen sein. „Ich kenn das doch von den Internetseiten der Foto-Communities: Sonst werden das nur die wunderschönen, immergleichen Sonnenuntergänge.“  Von dieser Regel habe er bisher nur eine Ausnahme gemacht. Als ein Kollege ihm ein Bild mit einem Menschenaffen schickte. Denn das sei schließlich ziemlich dicht dran.

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