Kündigungen beim Arbeitslosenzentrum

DORTMUND Die Hängepartie um das Arbeitslosenzentrum (ALZ) geht in eine neue, traurige Runde. Die drei Mitarbeiter erhielten zu Ende September bzw. Ende Dezember ihre Kündigung und sind nun selbst von Arbeitslosigkeit bedroht.

von Von Bettina Kiwitt

, 25.07.2008, 16:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kündigungen beim Arbeitslosenzentrum

„Die Kündigung ist prophylaktisch erfolgt. Wir wissen einfach nicht, wie es weitergeht“, erklärt Peter Strube (Foto) vom Vorstand des ALZ. Doch der Pfarrer im Ruhestand hat immer noch „einen leisen Hoffnungsschimmer, dass sich eine Lösung findet“. „Wir gehen auch noch mal auf die Parteien zu“, kündigt er an. Es sei einfach wichtig, dass eine unabhängige Beratungsinstitution wie das Arbeitslosenzentrum bestehen bleibe.Etwas Luft verschaffen Wie mehrfach berichtet will das Land die Förderung für die insgesamt 60 Zentren auslaufen lassen: Vom Europäischen Sozialfonds hatte NRW dafür 4,6 Mio. Euro erhalten, Geld, das das Land künftig an anderer Stelle einsetzen will. Für Strube ist das nicht nachvollziehbar. „Wenn das ALZ schließt, entstehen neue Kosten“, sagt er und die könnten deutlich höher sein, als die 140 000 Euro, die das Land bisher in das Dortmunder ALZ stecke. Der Pfarrer im Ruhestand hofft auf eine Lösung, „die uns übergangsmäßig etwas Luft verschafft“. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meint auch Annette Eßing, die zu den drei Betroffenen gehört, die die Kündigung erhielten. „Toll finden uns alle, aber keiner hat das Geld, uns zu finanzieren“, bringt sie das Problem auf den Punkt. So meint auch Klaus Wiener, stellvertretender Geschäftsführer der JobCenterARGE Dortmund: „Die auslaufende Landesförderung gefährdet das unabhängige Beratungsangebot durch das Dortmunder Arbeitslosenzentrum. Wir sind sehr interessiert daran, diese wichtige Arbeit zu erhalten. Momentan befinden wir uns in Gesprächen und suchen nach Lösungsmöglichkeiten für ein zukünftiges Modell.“"Arbeiten an Lösung" Stefan Kulozik, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, ergänzt: „Das Arbeitslosenzentrum übernimmt durch seine Beratungsarbeit und Interessensvertretung eine wichtige Funktion in Dortmund. Ich finde es höchst bedauerlich, dass die Finanzierung des Landes für diese Institution ausläuft. Da wir die Bedeutung und den Stellenwert des Arbeitslosenzentrums für Dortmund anerkennen, arbeiten wir gemeinsam mit der ARGE, der Stadt und dem DGB an einer Lösung.“  K kiwi

Lesen Sie jetzt