Mysteriöse Festnahme in Dortmunder Wohngebiet - und niemand will’s gewesen sein

dzMann abgeführt

Aufregung in einer kleinen Wohnstraße: Autos und eine Wohnung werden durchsucht, dann wird ein Mann abgeführt. Was ist passiert? Die Nachforschungen werden mit jedem Anruf mysteriöser...

Dortmund, Oespel

, 30.01.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Krimi vor der eigenen Haustür erlebten Anwohner einer kleinen Wohnstraße im Dortmunder Westen am Dienstagnachmittag (28.1.). Am Ende wurden sie Zeugen, wie ein Mann mit seinen Händen auf dem Rücken abgeführt wird.

Eine Nachbarin hat alles beobachtet. Zuerst fiel ihr ein Fahrzeug auf, das ungefragt rund zwei Stunden in ihrer Haus-Einfahrt parkte. Schließlich habe sie sich ein Herz gefasst und die Unbekannten angesprochen. „Da haben sie mir ihre Weste mit Polizeiaufschrift gezeigt und erklärt, sie würden nur beobachten.“

Jetzt lesen

Schließlich seien weitere zivile Fahrzeuge mit Hagener Kennzeichen vorgefahren. „Einige der Beamten hatten blaue Westen mit Polizeiaufschrift an, einige waren in Zivil“, berichtet die Augenzeugin.

Bei der Durchsuchung der Autos und der Wohnung hätten die Beamten blaue Handschuhe getragen. Gegen 16.15 Uhr sei dann ein Mann aus dem Haus geführt worden und in einem der zivilen Fahrzeuge abtransportiert worden, so die Zeugin. Unserer Redaktion liegen Fotos des Geschehens vor.

Keine Behörde bestätigte den Einsatz

Wir versuchten daraufhin, herauszufinden, was hinter diesem Einsatz steckte. Der Pressestelle der Dortmunder Polizei lagen keine Informationen zu dem Fall vor - obwohl andere Behörden in der Regel der Polizei zumindest einen Hinweis geben, wenn sie in der jeweiligen Stadt agieren.

Bundespolizei, Landeskriminalamt, Steuerfahndung und Zoll waren ebenfalls nicht eingebunden, heißt es jeweils auf Anfrage. Wir haben sogar das Bundeskriminalamt und den Militärischen Abschirmdienst kontaktiert - doch auch dort konnte niemand zur Aufklärung beitragen.

Jetzt lesen

Die Hagener Kennzeichen an den Autos ließen eine Verbindung zur Rocker-Razzia am frühen Dienstagmorgen vermuten. Dieser Großeinsatz war von der Polizei Hagen geleitet worden. Könnte es sich also um eine zweite Wohnungsdurchsuchung bei einem (vielleicht auch mutmaßlichen) Bandido-Mitglied handeln?

Doch Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli, der für Presseauskünfte in diesem Fall zuständig ist, ließ sich am Mittwoch nach einiger Geheimniskrämerei entlocken, in Dortmund habe es nur den einen Einsatz in Holzen gegeben.

Nicht auszuschließen bleibt, dass es sich gar nicht um eine echte Festnahme handelte - sondern um so etwas wie einen Streich unter Freunden. Für eine Art gespielte Entführung im Freundeskreis sei das Auftreten der Männer mit den Polizeiwesten aber zu ernst gewesen, heißt es von den Anwohnern.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt