„Konzept, Chaos und Wunder“: Petra Ultsch zeigt ihre Werke in der Gertrudiskirche

dzKirche St. Gertrudis

In der Harmonie lauert das Unheimliche - so wirken die Bilder von Künstlerin Petra Ultsch, die derzeit in der Gertrudiskirche zu sehen sind. Trotzdem haben alle eine positive Intention.

von Martin Speer

Nordstadt

, 29.04.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Kunstpädagogin Petra Ultsch hat viel Erfahrung mit Suchtkranken. Sie hat sie in Portugal und Deutschland therapeutisch begleitet, und manchmal hat sie die Suchtkranken auch malen lassen.

Die Malerei hat Petra Ultsch, die selbst als Künstlerin tätig ist, zu ihrem zweiten Lebensbereich erklärt: Hier geht es um sehr allgemeine Probleme der Menschen, wie sie am Freitag (26.4.) bei der Ausstellungseröffnung zeigte. Farbig in viel buntem Öl auf Leinwand, mehrdeutig und geheimnisvoll sind ihre Werke. Ein Besuch der Ausstellung „Konzept, Chaos und Wunder: Petra Ultsch, Werke aus den Jahren“ in der Kirche St. Getrudis, in der die etwa 40 Bilder ausgestellt sind, lohnt sich allemal.

Die Künstlerin ist bodenständig

Auf den Kopf gefallen ist die energetische Künstlerin nicht, und trotz aller Fantasie steht sie mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Das macht auch die Qualität ihrer Bilder aus: In Szenen von Heimeligkeit, etwa einer Dorfkulisse, einem sich anblickenden Paar mit Kind, einer fast im Göttlichen weilenden älteren Dame, schleichen sich dunklere Szenen, Symbole und Farben ein. Das alles ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Dem Betrachter macht es also Spaß, die Werke der Dortmunder Künstlerin zu deuten. „Jedes Bild für sich ist auf Hoffnung ausgerichtet“, nennt Petra Ultsch die Intention ihrer Werke.

„Konzept, Chaos und Wunder“: Petra Ultsch zeigt ihre Werke in der Gertrudiskirche

Die Bilder von Petra Ultsch und die Kirchenfenster bieten ein eindrucksvolles Gesamtbild. © Barbel Liebmann-Übbing

„Jedes Bild umfasst einen persönlichen Moment, und Farbe spielt dabei die Hauptrolle“, erklärt Schauspielerin Bianka Lammert vom Stadttheater bei der Einführung in die Ausstellung. „Mir gefällt vor allem das Dialogische zwischen hell und dunkel, und immer sollen auch Türen geöffnet werden, wenn es auch häufig um massive Konflikte geht.“ Die Eröffnung kam bei den 50 Gästen, darunter viele Dortmunder Künstlerkollegen, gut an.

Pfarrer Lohoff freut sich über hoffnungsvolle Momente

Solche hoffnungsvollen Momente freuten auch Pfarrer Martin Lohoff, der sich zwar nicht so sehr einmischen wollte, aber dennoch beeindruckt war von dem Trubel bei der Vernissage. „Unsere St. Getrudis steht vor einem leeren Becher, der neu gefüllt werden will, und das tut die Ausstellung bestimmt.“

Aus dem Rheinland angereist kam Frohmut Anemone, die Lieder und Texte von Heinrich Heine bis Christian Morgenstern vortrug, und sich mit ihrem Partner, dem Profi-Cellisten Faurokh May-May, abwechselte, der sich vor allem Johann Sebastian Bachs vielseitigem Werk widmete. Heines Gedicht über das verlorene spirituelle Bewusstsein, das ihm einst die Natur versüßte, fand viel Anerkennung. „Oft merke ich, dass Konzepte der chaotischen Wirklichkeit nicht standhalten - und dann braucht es eben Wunder“, erklärt Petra Ultsch das Thema ihrer Ausstellung, das durch die Beiträge von Anemone und May-May perfekt ergänzt wurde.

Die Ausstellung in der Kirche

Die Austellung „Konzept, Chaos und Wunder“ in der Gertrudiskirche, Rückertstraße 2, ist bis Ende dieses Jahres zu sehen. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldungen bei Pfarrer Martin Lohoff von der katholischen Kirchengemeinde Heilige drei Könige wird gebeten unter Tel. (0231) 81 23 03.
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