Klinikum Dortmund rettet Herzpatienten mit einzigartiger Methode

Behandlung ohne Narkose

Fast wäre ein Dortmunder an Herzversagen gestorben. In letzter Minute wandten die Ärzte am Klinikum Dortmund jedoch eine neue und einzigartige Methode an, die ihm das Leben rettete.

Dortmund

13.06.2020, 11:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
In einem einzigartigen Verfahren haben Ärzte am Klinikum Dortmund einem Patienten mit Herzversagen das Leben gerettet.

In einem einzigartigen Verfahren haben Ärzte am Klinikum Dortmund einem Patienten mit Herzversagen das Leben gerettet. © Klinikum Dortmund

Mit einer besonderen Behandlungsmethode konnten Ärzte am Klinikum Dortmund einem stationären Patienten mit Herzversagen das Leben retten.

Der 65-jährige Dortmunder soll schon lange unter einem schwachen Herzen gelitten haben, als es von einer Stunde auf die andere komplett versagte. Obwohl die üblichen intensivmedizinischen Maßnahmen eingeleitet wurden, brach sein Kreislauf zusammen und die Organe des Patienten versagten.

„Der Patient befand sich im anhaltenden kardiogenen Schock“, berichtet Dr. Alexander Albert, Direktor der Klinik für Herzchirurgie. „Nieren- und Leberversagen hatten schon eingesetzt. Wenn man dann nicht innerhalb von einigen Stunden handelt, können die Organe auch nicht mehr gerettet werden. Dann bewegt man sich unweigerlich auf den Tod zu.“

Dr. Alexander Albert ist Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Dortmund.

Dr. Alexander Albert ist Direktor der Klinik für Herzchirurgie am Klinikum Dortmund. © Klinikum Dortmund

Patient spürte, als das Blut wieder floss

Doch den Ärzten gelang es, den Patienten an eine mobile Herz-Lungen-Maschine, auch ECMO genannt, anzuschließen, wodurch die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers gesichert und Zeit gewonnen wurde.

Das Besondere: Die Behandlung wurde am wachen Patienten durchgeführt, damit der Kreislauf des Patienten nicht noch zusätzlich durch Intubation und Narkose gefährdet wurde. Denn jede weitere Belastung hätte zum kompletten Herzstillstand geführt. Ein einzigartiger Vorgang, wie das Klinikum berichtet.

Und es funktionierte: „Es fließt ja wieder“, sagte der Patient, der bereits kurz vor der Bewusstlosigkeit stand. „Das habe ich so vorher noch nie erlebt, dass ein Patient bewusst wahrnimmt, dass wieder Blut durch den Körper gepumpt wird und sich dann auch noch bedankt“, erzählt Dr. Albert.

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Wird ein Patient an die ECMO angeschlossen, wird das Blut des Patienten außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und unter Druck zurück in den Körper gepumpt. Herz und Lunge werden also für kurze Zeit ersetzt – so verschaffen sich die Ärzte Zeit, um entsprechende Therapien einzuleiten.

Mobiles Team gegründet

Nur wenige Sekunden später verbesserte sich der Zustand des Patienten, nach wenigen Stunden arbeiteten seine Nieren besser. Bereits zwei Wochen nach dem Eingriff konnte der Mann nach Hause gehen, aktuell befindet er sich in einer Reha-Klinik.

Um auch Patienten helfen zu können, die sich nicht stationär im Klinikum Dortmund befinden, hat die Klinik für Herzchirurgie das „Mobile ECMO-Team Dortmund“ gegründet.

Erleidet eine Person ein akutes Herz-Kreislauf-Versagen und kann nicht mehr in eine dafür spezialisierte Klinik gefahren werden, rückt ein

Team der Herzchirurgie aus, schließt den Patienten an die ECMO-Maschine an und bringt ihn in das Herzzentrum des Klinikums.

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