Klinikum Dortmund hat Spezial-Kapazitäten für Covid-Patienten halbiert

Nach Impfungen

Die Impfungen der ältesten Dortmunder zeigen erste Erfolge: Das Klinikum Dortmund hat einen Schritt in Richtung Normalität unternommen. Doch man denkt schon an die nächste Corona-Welle.

Dortmund

, 19.03.2021, 13:27 Uhr
Die Dortmunder Klinik für Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin ist am Fredenbaumpark beheimatet.

Die Dortmunder Klinik für Pneumologie, Infektiologie und internistische Intensivmedizin ist am Fredenbaumpark beheimatet. © Oliver Schaper

Nach einem deutlichen Rückgang der Covid-Patientenzahlen ist am Klinikum Dortmund mal wieder umgeplant worden. Bis vor kurzer Zeit waren zwei normale Stationen und die Intensivstation für Corona-Fälle nötig. „Jetzt benötigen wir nur noch eine normale Station und die Hälfte der Intensivstation“, sagte Infektiologe Dr. Bernhard Schaaf am Donnerstag (18.3.).

60 Patienten mussten zum Zeitpunkt des Gespräches stationär in Dortmund versorgt werden - zwei Wochen zuvor war die Zahl noch mehr als doppelt so hoch (123). Gleichzeitig müssen aber sogar mehr Corona-Infizierte beatmet werden als zu Beginn des Monats (15 statt 13).

„Wir sehen, dass der Altersdurchschnitt der Patienten gesunken ist“, so Schaaf. Seitdem die ältesten Dortmunder geimpft wurden, habe man kaum noch Patienten aus Altenheimen im Klinikum. Je jünger die Patienten sind, desto geringer sei die Todesrate. In den vergangenen zehn Tagen hat das Robert-Koch-Institut fünf Personen in Dortmund als Covid-Tote bezeichnet. In Dezember und Januar gab es im Schnitt fast drei Todesfälle pro Tag.

Die Situation fürs Krankenhaus-Personal sei aktuell deutlich entspannter als zu Beginn des Jahres, jetzt könnten einige Behandlungen nachgeholt werden, die keine Notfälle waren und zuletzt verschoben wurden.

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Mehr Aufwand bei der britischen Virus-Variante

Durch die positive Entwicklung in Dortmund konnte das Team des Klinikums außerdem Kollegen aus einem anderen EU-Land entlasten. Zwei beatmete Covid-Kranke aus der Slowakei sind Anfang März ins Klinikum gebracht worden.

Die britische Virus-Variante zeige bislang keinen veränderten Krankheitsverlauf im Vergleich zu den bereits bekannten Fällen. Für das Klinikum ist die Arbeit mit diesen Patienten aber anderweitig komplizierter: „Der organisatorische Aufwand ist etwas größer“, so Schaaf. Die Patienten mit der britischen Variante seien etwas länger in Quarantäne und würden nur auf Einzelzimmern oder zusammen mit passenden „Mutations-Erkrankten“ untergebracht.

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Mit Blick auf die aktuellen Neuinfektionen sagt der Fachmann: „Wir haben wahrscheinlich den Effekt, dass die Inzidenz altersabhängig unterschiedlich ist.“ In den Altenheimen sei die Inzidenz aufgrund der Impfungen wahrscheinlich niedriger, stattdessen seien wohl eher jüngere Menschen infiziert. „Von denen kommen glücklicherweise nicht so viele ins Krankenhaus“, sagt Schaaf.

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