Am Phoenix-See suchte die Feuerwehr Dortmund am Donnerstagvormittag eine angeblich auf dem Eis eingebrochene Person. Es war der vielleicht spektakulärste Einsatz des Tages. © Feuerwehr Dortmund
„Twitter-Gewitter“ am Donnerstag

Klinikum-Alarm, Suche am Phoenix-See – Feuerwehr twittert über 120 Einsätze

Alle paar Minuten ein Einsatz - und ein Tweet: Die Feuerwehr Dortmund dokumentiert am Donnerstag ihre Arbeit mit einem „Twitter-Gewitter“. Hinter der Aktion steckt ein wichtiges Anliegen.

In Asseln leidet ein Dortmunder um 12.01 Uhr unter Herzproblemen; um 13.27 verletzt sich ein Mensch bei einem Sturz in Aplerbeck; eine hilflose Person wird um 15.16 Uhr auf einer Straße in der westlichen Innenstadt gesichtet.

Das sind drei Einsätze der Feuerwehr, von denen die Dortmunder normalerweise nichts mitbekommen würden – sie sind zu alltäglich, Tagesgeschäft für die Feuerwehr.

„Twitter-Gewitter“ soll für Notruf 112 werben

An diesem Donnerstag (11.2.) ist das jedoch anders: Alle paar Minuten veröffentlicht die Feuerwehr aktuelle Einsätze online auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Es ist die dritte Ausgabe des jährlichen „Twitter-Gewitters“, bei dem 45 Berufs-Feuerwehren bundesweit mitmachen.

Immer zum internationalen Tag des Notrufs am 11. Februar geben die Feuerwehren Einblick in ihren Alltag. Die Aktion zeigt, wie häufig sie Menschen in allen Lebenslagen helfen.

Bei der Feuerwehr Dortmund ist Andreas Pisarski der Mann mit den glühenden Händen: Als wir ihn gegen 16 Uhr sprechen, hat der Pressesprecher bereits acht Stunden in der Leitstelle hinter sich und bereits rund 140 Tweets geschrieben. „Wir wollen zeigen, was an einem Tag bei uns so passiert“, sagt er, „und den Menschen die Notruf-Nummer 112 besser ins Gedächtnis rufen.“

Dabei werde bei Weitem nicht jeder Einsatz getwittert. „Nein, das kriege ich nicht hin“, sagt Pisarski. „Wir haben 21 Krankentransportwagen und 31 Rettungswagen im ganzen Stadtgebiet im Einsatz, da komme ich nicht hinterher.“

2020 verzeichnete die Feuerwehr fast 11.000 Brand- und Hilfeleistungseinsätze, dazu kommen fast 89.000 Rettungseinsätze und über 42.000 Krankentransporte. Das macht rechnerisch einen Einsatz alle dreieinhalb Minuten, sagt Pisarski – wobei tagsüber meistens mehr los ist als in den Nachtstunden.

Sonderfälle wie Eiszapfen und Schneebretter

Dieser Donnerstag sei trotz der Kältephase „eher ein normaler Tag vom Einsatzaufkommen“, sagt Pisarski, „obwohl wir ein paar Sonderfälle wie Eiszapfen und Schneebretter haben, die wir abbrechen und von Dächern holen müssen.“

Und so sind die spektakulärsten Einsätze des Tages auch schnell erzählt: Die Meldung vom Vormittag, dass ein Mensch auf dem Eis des Phoenix-Sees eingebrochen ist, stellt sich als Fehlalarm heraus. Das Gleiche gilt für den Alarm der Brandmeldeanlage am Klinikum, den der Dampf einer geplatzten Wasserleitung ausgelöst hatte. Auch die Landung eines Rettungshubschraubers an der Katharinentreppe gehört zum Tagesgeschäft.

So blieb der Feuerwehr genug Zeit, in vorbereiteten Tweets ihre Fahrzeuge vorzustellen, für Pensionärs-Treffs wie die „Alten Löschknechte“ zu werben oder die kleinen Banalitäten des Alltags zu erwähnen. So weiß die Öffentlichkeit nun auch, dass um 8.47 Uhr der Rettungswagen „18-RTW-1“ seine wöchentliche Reinigung hatte.

185 Tweets

„Twitter-Gewitter“ bringt neue Follower

Insgesamt 185 Tweets kamen am Donnerstag beim „Twitter-Gewitter“ der Dortmunder Feuerwehr zusammen. 60 Davon waren vorbereitete Info-Tweets, 125 betrafen aktuelle Einsätze. Der Lohn der Mühen: 252 neue Follower und viel Aufmerksamkeit für die Arbeit der Feuerwehr.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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