Ein langer Tross aus rund 600 Fahrrädern fuhr am Freitag zum globalen Klimastreik durch Dortmund. © Felix Guth
Fridays for Future

Klimastreik in Dortmund: Fahrrad-Demo sendet Botschaft in die ganze Stadt

Deutlich mehr Menschen als erwartet haben sich in Dortmund an Aktionen zum globalen Klimastreik der Gruppe Fridays For Future beteiligt. Eine überdimensionale Radtour sorgte für Aufmerksamkeit.

Zum siebten Mal hatte die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future am Freitag (19.3.) zum globalen Klimastreik aufgerufen.

In Dortmund beteiligten sich rund 1000 Menschen an Aktionen vor der Reinoldikirche, am Friedensplatz und an vielen anderen Orten in der Stadt.

Vom Zuspruch für die erste Klima-Demonstration seit September 2020 waren die Organisatoren von Fridays for Future Dortmund selbst überrascht. Rund 100 Teilnehmende waren im Vorfeld für eine Fahrrad-Demo angemeldet worden. Am Ende fuhr die sechsfache Menge an Menschen gesammelt auf Fahrrädern durch Dortmund.

20 Kilometer lange Strecke durch alle Innenstadt-Bezirke

Vom Friedensplatz aus machte sich die Fahrrad-Demo auf den 20 Kilometer langen Weg durch alle Dortmunder Innenstadtbezirke. Über die Ruhrallee ging es zunächst in Richtung Kreuzviertel.

Die Fahrrad-Demo auf der Lindemannstraße. © Felix Guth © Felix Guth

Autos mussten für wenige Minuten warten, bis der mehrere hundert Meter lange Tross an Zweirädern vorbeigezogen war. Die Beeinträchtigungen für den Berufsverkehr am Freitagnachmittag blieben aber insgesamt überschaubar – auch, wenn immer wieder Einzelnen die Geduld verloren ging.

Forderung nach besserer Radinfrastruktur in Dortmund

Mit der Riesen-Fahrradtour, die auch die östliche Innenstadt und den Dortmunder Norden führte, wollte Fridays for Future Dortmund ein Zeichen setzen. Dafür, dass die Radinfrastruktur in Dortmund immer noch nicht ausreicht, um das umweltfreundliche Verkehrsmittel stärker zu etablieren.

Die globale Klimabotschaft wurde in diesem Moment ganz konkret. Denn so ruckelfrei und ungefährdet über Dortmunds Straßen zu fahren wie an diesem Nachmittag war nur möglich, weil die Polizei mit dabei war.

Der Fahrrad-Alltag, so berichteten mehrere Teilnehmende, ist härter in Dortmund. Das bestätigte zuletzt auch der Fahraddklima-Test des ADFC, bei dem Dortmund so schlecht abschnitt wie noch nie.

Die Dortmunder Polizei spricht von einer Veranstaltung ohne jegliche Zwischenfälle, auch Abstandsgebot und Maskenpflicht wurden durchgehend eingehalten. Die Behörde spricht von insgesamt 600 Teilnehmern auf der Fahrradstrecke.

Kunstaktion und Kundgebung an der Reinoldikirche

Parallel zur fahrenden Demo hatte die Gruppe Parents For Future an der Nordseite der Reinoldikirche eine Aktion zum Klimastreik initiiert. Mehrere hunderte Menschen standen hier auf Abstand zusammen.

An der Reinoldikirche gab es eine Kundgebung. © Felix Guth © Felix Guth

Eine Wand mit beschrifteten und bemalten Pappkisten erzählte die Geschichte vieler aus Sicht der Demonstrierenden nicht eingehaltener Klimaversprechen. Die Enttäuschung über zu wenig Einsatz für das übergeordnete Ziel, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen, war dort häufig zu lesen. Aber auch „Mehr Platz fürs Rad“ oder ein Ende der industriellen Fleischproduktion wurde gefordert.

In Redebeiträgen von Vertreterinnen der Gruppen Campus For Future, Churches For Future und Extinction Rebellion wurde vor allem großer Frust darüber deutlich, dass zwei Jahre nach Aufkommen der Fridays-for-Future-Bewegung immer noch zu wenige Ziele umgesetzt sind.

Am Ende des rund dreistündigen und im wahrsten Sinne des Wortes bewegten Demo-Tages bleibt die Erkenntnis: Auch in Pandemie-Zeiten gibt eine viele Menschen, denen Klimaziele nicht egal sind. Um Aufmerksamkeit zu bekommen, haben sie nicht auf die Hupe gedrückt, sondern das sehr viel sanftere Geräusch einer Fahrradklingel gewählt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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