Kleine Retter bei der Feuerwehr Asseln üben sich schon früh im Teamwork

dzKinderfeuerwehr in Asseln

Von der Feuerwehr geht für viele Kinder eine große Faszination aus. Bei der Kinderfeuerwehr können sie in die Welt des Löschens und Rettens eintauchen und zur Nachwuchskraft werden.

Asseln

, 10.07.2019, 13:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der letzten Gruppenstunde endete jetzt die Findungsphase der Kinderfeuerwehr am Standort Asseln am Grüningsweg. Im vergangenen halben Jahr haben sich 14 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren zweimal im Monat für 90 Minuten in die Welt der Feuerwehr begeben. Dabei haben unter anderem Wasserspiele, Teambildung, Kooperationsaufgaben und Erste Hilfe auf dem Programm gestanden, wie Projektleiterin Dorina Fichte berichtete. „Schon die Kleinsten können nun ein Pflaster anbringen und einen Notruf absetzen“, stellte sie zufrieden fest. Zur letzten Gruppenstunde waren auch die Eltern eingeladen. Bei einer kleinen Feier mit Leckerem vom Grill konnten sie sich mit den Betreuern austauschen.

Die gesetzliche Grundlage für Kinderfeuerwehren wurde 2015 geschaffen

Hintergrund des Projektes ist der Wunsch vieler Kinder und Eltern, schon früh einen Einblick in die Arbeit der Retter zu erhalten. Und die Feuerwehr ist natürlich an einer langfristigen Nachwuchsförderung interessiert. Mit dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz des Landes NRW vom 15.12.2015 wurde die Grundlage für die Feuerwehren geschaffen, Kinderfeuerwehren zu gründen und damit bereits Kinder ab dem sechsten Lebensjahr in die Feuerwehr aufzunehmen. In der Folge hat sich auch die Feuerwehr Dortmund ausgiebig mit dem Thema befasst und ein Konzept für die Kinderfeuerwehr auf den Weg gebracht, das jetzt bei den Löschzügen in Asseln und Lichtendorf erprobt worden ist. Im November solle die Gründung der Kinderfeuerwehr in Dortmund erfolgen, so Dorina Fichte.

Für die Pilotphase waren einige Probleme zu lösen. So brauchten die Kinder beispielsweise tiefere Garderobenhaken und kindgerechte Toiletten. Neben der Beschaffung von Materialien für die jüngere Altersgruppe ging es auch um die Klärung juristischer Fragen, denn Mädchen und Jungen dürfen sich eigentlich erst ab zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr engagieren.

Löschzüge sollen gute Voraussetzungen für ihre Jugendarbeit bekommen

Spricht man mit den Kindern selbst und fragt sie, warum sie sich für die Feuerwehr interessieren, so steht ein Motiv im Vordergrund: Da könne er anderen Leuten helfen, erklärt Finn (7), gegen Feuer kämpfen, so Benedikt (8), Menschen aus Lebensgefahr retten, so Leonard (6), und auch Erste Hilfe leisten, ergänzt Lena (7). Sie alle sind wissbegierig, wollen viel lernen, wissen, wie man den Schlauch hält und möglichst viel über die Feuerwehr erfahren. Und natürlich ist auch der Spaßfaktor dabei, etwa bei der „Wasserbomben-Schlacht“, wie Leonard erzählt.

Kleine Retter bei der Feuerwehr Asseln üben sich schon früh im Teamwork

Gemeinsam wird der Schlauch für den Einsatz vorbereitet. © Uwe Brodersen

In einer Mitteilung betont die Stadt Dortmund, dass die Kinder- und Jugendarbeit bei der Feuerwehr Dortmund auf ehrenamtlichem Engagement und damit zu 100 Prozent auf Freiwilligkeit beruhe. Damit das Projekt Kinderfeuerwehr ein Erfolg werde, müssten die Löschzüge vor Ort in die Lage versetzt werden, die neuen Anforderungen in ihre Arbeit zu integrieren. Ein Ziel der Pilotphase sei es gewesen, herauszuarbeiten, was es brauche, damit die Kameradinnen und Kameraden vor Ort Lust auf diese Aufgabe haben. Ziel sei es, die Kinderfeuerwehr zu einer festen Institution in der Feuerwehr Dortmund zu machen.

Feuerwehr will mehr Mädchen für die Mitarbeit gewinnen

Und von den Nachwuchskräften können dann später sowohl die 19 Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr als auch die Berufsfeuerwehr profitieren. Dorina Fichte hat noch eine weitere Hoffnung: dass langfristig mehr Frauen zur Feuerwehr gehen. Bei der Jugendfeuerwehr Dortmund würden derzeit 200 Jungen nur 30 Mädchen gegenüberstehen. Doch unter den 14 Kindern der Asselner Nachwuchsgruppe seien ein Drittel Mädchen. Sie setzt darauf, dass sich dieser Trend fortsetzt.

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