Dortmunder Buchhandlungen lassen sich etwas einfallen, um die Corona-Krise zu überstehen

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Viele Menschen haben plötzlich so viel Zeit wie nie zuvor. Die könnten sie mit Lesen verbringen. Doch Buchhandlungen sind geschlossen. Die Läden tun alles, um Kunden dennoch zu bedienen.

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, 19.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der stationäre Buchhandel hat wie alle anderen Geschäfte, die nicht den „alltäglichen Bedarf“ decken, seit Mittwoch (18.3.) geschlossen. Wer sich noch schnell mit Lesestoff für die Zeit in freiwilliger oder offizieller Quarantäne eindecken will, steht überall vor verschlossenen Türen.

Die Einzelhändler befürchten, dass die Kunden deshalb auf die großen Online-Händler ausweichen – und sie diese Leser möglicherweise niemals wieder zurückgewinnen. Deshalb tun die Buchhändler alles, um ihre Kunden trotz Öffnungsverbot zu bedienen.

Die Bonifatius-Buchhandlung im Propsteihof in der City arbeitet hinter verschlossenen Türen eifrig Bestellungen ab. „So lange es geht, nehmen wir per Mail und telefonisch weitere Bestellungen an“, erklärt Filialleiterin Tanja Olschewski.

An den Eingängen informieren Hinweisschilder die Kunden.

An den Eingängen informieren Hinweisschilder die Kunden. © Susanne Riese

Auf ihrer Website und an den Eingangstüren bittet das Team darum, bestellte Ware nicht länger persönlich im Laden abzuholen. Stattdessen versendet die Buchhandlung Bücher zurzeit kostenfrei. Online bestellte Werke werden direkt ab Lager an die Kunden geschickt.

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„Wir haben derzeit unglaublich viele telefonische Bestellungen“, sagt Tanja Olschewski. Die Mitarbeiter telefonieren die Kunden ab, die etwas bestellt habe. Der Anrufbeantworter erklärt das Prozedere, und die zugehörige Versandbuchhandlung steht täglich 24 Stunden bereit. Tanja Olschewski: „Wir müssen versuchen, die Kunden zu halten.“

Manche Buchhändler warten erst einmal ab

Darum bemüht sich auch das kleine Veranstaltungscafé mit Buchhandlung Taranta Babu in der Humboldtstraße. Wegen des Cafébetriebs ist der kleine Laden derzeit noch geöffnet, das Buchgeschäft sei aber quasi zum Erliegen gekommen, sagt Geschäftsführer Hasan Sahin. „Das liegt seit einer Woche brach.“

Er berichtet auch von Problemen mit dem Großhandel: „Lieferungen dauern mindestens drei bis vier Wochen. Sonst funktioniert das innerhalb eines Tages.“

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„Litfass Bücher & Medien“ hat Homeofficeplätze eingerichtet und ist telefonisch erreichbar. Bestellungen (mail@litfass-buecher.de) liefert Litfass entweder selbst aus oder lässt sie über den Großhändler direkt zuliefern.

Die Buchhandlung Anton Reiser in der Kleinen Beurhausstraße ist von 10 bis 16 Uhr telefonisch erreichbar. „Am Nachmittag liefern wir Bücher aus und sind daher nur eingeschränkt in unserer Buchhandlung“, erklärt dort Ulrich Rieder. Per Mail können Bücher bestellt werden (anton-reiser@gmx.de ).

Auch bei der großen Mayerschen bleiben die Türen geschlossen.

Auch bei der großen Mayerschen bleiben die Türen geschlossen. © Susanne Riese

Die großen Filialisten hingegen wickeln das Geschäft weiter über ihre Websites ab. Auch sie liefern Bücher innerhalb Deutschlands versandkostenfrei.

Bei der Mayerschen informiert auf der Startseite ein Hinweis über Kontaktmöglichkeiten per E-Mail oder Telefon sowie den Online-Service.

Thalia mit – derzeit geschlossenem – Laden in der Thier-Galerie wirbt auf der Website noch immer mit „Online bestellen – in der Filiale abholen“. Das dürfte überholt sein.

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