Alle wieder im Klassenzimmer, zwei pro Bank, aber mit Masken – so ist es seit Montag auch in Dortmund. © picture alliance/dpa (Symbolfoto)
Corona-Lockerung

Klassenzimmer wieder voll: „Kommt einem plötzlich ein bisschen fremd vor“

Volle Klassenzimmer, zum ersten Mal seit mehr als fünf Monaten – wie ist das gewesen in den Schulen in Dortmund? Neben Begeisterung gibt es auch Bedenken.

Zwei Schüler pro Bank – was seit Jahrhunderten so war, fiel plötzlich weg im Dezember 2020: erst verlängerte Weihnachtsferien, dann ein Wechselunterricht für kleinere Gruppen, dann komplettes Distanzlernen, wieder die Gruppen-Variante. Fast ein halbes Jahr dauerte es – bis zu diesem Montag.

Am 31. Mai 2021 hatten fast alle Schüler in NRW wieder Präsenzunterricht in Klassenstärke. Auch in Dortmund, denn die Corona-Inzidenz liegt lange genug unter der 100er-Marke. Und so trafen sich alle wieder.

Volles Klassenzimmer plötzlich „ungewohnt“

„Es ist ungewohnt, volle Klassen zu haben“, gibt Christel Stegemann zu, die Leiterin der Albert-Schweitzer-Realschule in Nette und Sprecherin der Dortmunder Realschulen: „Schon komisch: ein Alltag, den man über Jahrzehnte gekannt hat, kommt einem nach einem halben Jahr, wo es anders war, plötzlich ein bisschen fremd vor.“ Ein Gefühl allerdings sei das vorherrschende.

„Wir freuen uns“, unterstreicht Stegemann. „Es war perfekt“, pflichtet Jutta Portugall bei, die Sprecherin der Grundschulen und Leiterin der Lieberfeld-Grundschule in Wellinghofen: „Alle wieder da, die Kinder sind super-glücklich, und dann lacht auch noch die Sonne.“ Was wiederum nicht nur für Stimmung gut war.

Erster von zwei Selbsttests pro Woche

„Wir hatten keine Regenpause“, unterstreicht Markus Katthagen, Leiter des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Asseln und Sprecher der Gymnasien. Heißt: Beim Lüften wurde es nicht nasskalt. Und in den Pausen konnten die Schüler raus, auch wenn sie an den allermeisten Orten die Masken weiter auflassen mussten. Es sei denn zum Essen oder Trinken. Masken ab im Klassenzimmer? Das auch nur einmal.

Denn für nahezu alle Schüler in Dortmund stand auch der erste von zwei wöchentlichen Selbsttests an. Nur wer corona-negativ ist, darf bleiben. Ansonsten heißt es: ab zum PCR-Test. Ist auch der positiv, werden Quarantäne-Kreise um den jeweiligen Schüler gezogen.

„Aktuell können Abstände nicht eingehalten werden“

Deswegen müssen alle Schulen die Sitzpläne weiterhin bereit halten, falls das Gesundheitsamt Nachfragen hat. „Zum Glück waren alle negativ“, berichtet Carsten Schlagowski, der Hauptschul-Sprecher und Leiter der Konrad-von-der-Mark-Schule in Hörde. Andernfalls, das ergänzt Gymnasiums-Sprecher Katthagen, wären die Auswirkungen auf den Schulalltag größer als zuletzt.

„Aktuell können die Abstände ja nicht eingehalten werden“, verdeutlicht er. „Es ist wunderbar, dass wir die Kinder wiederhaben“, berichtet Realschul-Sprecherin Stegemann, „aber eben auch mit Sorge. Ich weiß, dass es dem einen oder anderen Kollegen nicht ganz wohl ist bei dem Gedanken.“

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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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