Kita-Start für alle: Dortmunds Eltern halten sich noch zurück

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Seit Montag gilt wieder ein „eingeschränkter Regelbetrieb“ in Dortmunds Kitas. Viele Eltern machen davon aber nur zurückhaltend Gebrauch. Eine Neuregelung sorgt für Ärger.

Dortmund

, 08.06.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alltag? Nein, Alltag kann man das Leben in den Kitas wohl noch nicht nennen. Nach wochenlangem Notbetrieb und vorsichtiger Wiederaufnahme für Vorschulkinder sind die Kitas in NRW seit Montag (8.6.) wieder für alle Kinder geöffnet.

Dass es sich noch nicht nach Alltag anfühlt, dafür sorgen etwa die Mundschutz-Pflicht für Eltern beim Abgeben und Abholen der Kinder, die strenge Gruppeneinteilung und besondere Hygienemaßnahmen.

Die spannenden Fragen zum Start waren vor allem, ob der „eingeschränkte Regelbetrieb“ unter Corona-Bedingungen funktioniert und ob es ausreichend Personal und Räume dafür gibt.

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Eine klare Antwort dazu gibt es nach den Erfahrungen des ersten Tages noch nicht. Der Start am Montag verlief „zum Teil recht gut“, berichtet etwa Petra Bock von der Awo, die 16 Kitas in Dortmund betreibt. Zum Teil heißt, dass es auch Probleme gab. „Manches muss sich in einigen Einrichtungen noch einspielen“, stellt Petra Bock fest. So mussten einige Eltern an die Maskenpflicht erinnert werden.

Weniger als 70 Prozent in den Kitas

Was durchweg auffiel: „Es sind noch nicht wieder alle Kinder da“, berichtet Petra Bock. Der städtische Träger Fabido - mit 100 Kitas größter Betreiber in Dortmund - gibt die Auslastung an diesem Montag mit 68 Prozent an. Personelle Probleme habe es nicht gegeben.

Pfarrer Jochen Schade-Homann, Fachbereichsleiter beim Evangelischen Kirchenkreis, schätzt die Besuchs-Quote in den evangelischen Kitas auf 60 bis 70 Prozent. „Das war in den einzelnen Einrichtungen sehr unterschiedlich“, sagte er auf Anfrage. Die Evangelische Kirche betreibt als größter privater Anbieter 56 Kitas in Dortmund.

Einige Eltern hätten wohl immer noch Sorgen wegen einer möglichen Infektionsgefahr oder warteten ab, wie sich der Betrieb in den Kitas entwickele, meint Schade-Homann.

Ärger um reduzierte Betreuungszeit

Viele Eltern freuten sich zwar, dass die Kinder wieder in die Kita zurück können. Es gibt aber auch Frust und Unmut. Denn mit dem vom Land NRW verordneten „eingeschränkten Regelbetrieb“ ist auch ein Ende der Notbetreuung verbunden. Zugleich wird die Betreuungszeit in der Regel um 10 Stunden pro Woche gekürzt.

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„Ich habe schon in der letzten Woche viel Frust von Eltern gehört, denen die Stundenzahl nicht reicht. Viele Berufstätige bringt das in Schwierigkeiten.“

Immerhin lässt das Land nach Rücksprache mit den Aufsichtsbehörden die Option offen, die Stundenzeiten auszudehnen oder zu senken - abhängig von Personal- und Raumsituation.

Die Kita-Betreiber versuchen deshalb möglichst flexible Lösungen zu finden. Für alle Fälle, da sind sich Petra Bock und Jochen Schade-Homann einig, wird das aber nicht möglich sein.

40 Anträge auf zeitliche Anpassung

Immerhin: Bei Fabido sieht man sich in der Lage, in 14 Einrichtungen mehr als 35 Stunden Betreuungszeit anbieten zu können. Insgesamt hätten 40 Kitas Anträge auf eine Abweichung vom zeitlichen Standard beim Jugendamt gestellt, berichtete Stadtsprecherin Anke Widow auf Anfrage.

Es gibt 38 Anträge auf Erhöhung, aber auch zwei Anträge auf Reduzierung des Betreuungsumfangs. „Das Jugendamt hat alle Anträge befürwortet“, berichtet Anke Widow. Die Genehmigung sei allerdings Sache des Landesjugendamtes.

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