Amin Ismael, Kiosk-Mitarbeiter im Dortmunder Kaiserstraßenviertel, äußert sich zwiegespalten über die geplante Ausgangssperre. © Tabea Prünte
Sorge vor Umsatz-Einbußen

Kioskbesitzer über mögliche Ausgangssperre: „Es fehlen die wichtigen Stunden“

In anderen Regionen gilt sie schon, in Dortmund könnte sie bald kommen: die Ausgangssperre. Kioskbetreiber in Dortmund blicken den drohenden Umsatz-Einbußen besorgt entgegen.

Kioske – beziehungsweise „Spätis“ – gibt es in Dortmund zahlreiche. Schon letztere Kurzform verrät, dass sie wohl insbesondere zu fortgeschrittener Stunde vermehrt von Kundschaft aufgesucht werden.

Doch könnte es bald verboten sein, zu eben dieser Zeit allein aus dem Grund, sich eine Zeitung, ein Bier, eine Packung Zigaretten oder einen Schokoriegel zu holen, das Haus zu verlassen. Denn auch in Dortmund könnte bald die Ausgangssperre gelten.

Ausgangsbeschränkung hätte Auswirkungen auf Kiosks in Dortmund

Durch die geplante Ausgangsbeschränkung zwischen 22 Uhr am Abend und fünf Uhr morgens am folgenden Tag wäre es Menschen dann nur noch aus „gewichtigen und unabweisbaren Gründen“ erlaubt, unterwegs zu sein. So steht es im Gesetzesentwurf, den das Bundeskabinett Mittwoch beschließen will.

Sollte der Beschluss demnächst in Kraft treten, wären wohl auch Dortmunds Kioske davon betroffen. Wie gehen die Betreiber mit dieser Perspektive um?

Kioskbetreiber in der Nordstadt äußert Sorgen

Vielen scheint das Thema vor allem einen ersten Schrecken einzujagen. So fragt sich Hakan Cemen, Inhaber des „Kiosks bei Hakan“ auf der Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt, wer denn überhaupt noch kommen würde, „wenn die normalen Passanten ab 22 Uhr absolut nicht mehr raus dürfen.“

Normalerweise ist sein Kiosk 24 Stunden am Stück geöffnet. Tagsüber sei bis etwa 20 Uhr „Hochbetrieb“, dann in den späteren Stunden sei ab 22 Uhr nochmal viel los. „Wenn die Ausgangssperre kommen würde, fehlen die wichtigen Stunden“, sorgt sich Cemen.

Umsatz würde sich durch Ausgangssperre noch weiter verringern

Der Mitarbeiter eines Kiosks im Dortmunder Kaiserstraßenviertel äußert sich zwiegespalten über die mögliche Ausgangssperre. Für das Geschäft werde es „schlimm“ werden, so Amin Ismael.

Denn schon jetzt falle der Umsatz geringer aus als noch vor Corona-Zeiten. Im Falle der möglichen Ausgangssperre würde sich dieser Trend noch verstärken, indem der Verkauf am Abend vollständig wegfiele, vermutet Ismael.

Kiosk-Mitarbeiter vertraut trotzdem auf Maßnahmen der Stadt

Die Maßnahme würde Ismael trotzdem nicht hinterfragen wollen. „Alle anderen Maßnahmen gefallen uns doch auch nicht unbedingt“, doch schließlich werden die politischen Entscheidungen aufgrund bestimmter Notwendigkeiten beschlossen, so Ismael.

„Die Stadt weiß, wie viele krank sind, wie viele beatmet werden. Ich sehe nur meine eigene Tasche. Die Stadt sieht dann natürlich mehr als ich und weiß es besser.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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