Kinderpornografie-Fund in Wuppertal: Deshalb ist auch ein 52-jähriger Dortmunder verdächtig

dzGroßeinsatz der Polizei

Ein 83-Jähriger in Wuppertal hatte Bilder von vermissten Kindern und große Mengen Kinderpornografie im Haus. Es läuft eine aufwändige Ermittlung. Ein weiterer Verdächtiger kommt aus Dortmund.

Dortmund

, 28.06.2019, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat ein Verfahren gegen einen 83-jährigen Wuppertaler und dessen 52 Jahre alten Sohn aus Dortmund eingeleitet. Die Polizei hatte am Mittwoch bei einer Durchsuchung im Haus des 83-Jährigen 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit kinderpornografischem Bildmaterial im Haus sichergestellt - unter anderem im ehemaligen Kinderzimmer des 52-Jährigen.

In einem Safe fanden Beamte mehrere Zeitungsartikel, unter anderem über vermisste Kinder. Bisher gibt es laut der Staatsanwaltschaft Wuppertal keine Hinweise darauf, dass der Mann etwas mit ihrem Verschwinden zu tun hat. Um auszuschließen, dass Hinweise auf weiteres Bildmaterial oder auf andere Delikte übersehen wurden, hat die Polizei am Freitag (28.6.) mit Grabungen auf dem Grundstück des Mannes in Wuppertal begonnen.

Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft Wuppertal auch gegen einen Dortmunder

„Der Sohn besucht den Vater regelmäßig und schläft auch von Zeit zu Zeit in dem Zimmer“, sagt Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert von der Staatsanwaltschaft Wuppertal. „Deshalb führen wir ihn zurzeit als Beschuldigten.“

Es gelte nun zu prüfen, ob es bei den im Kinderzimmer gefundenen Bildern um sein Material handelt oder ob sein Vater es dort ohne sein Wissen untergestellt hat, so Wolf-Tilman Baumert. Ob in Dortmund weitere Ermittlungen anstehen, steht derzeit noch nicht fest.

Keine verdächtigen Funde in Dortmunder Wohnung des 52-Jährigen

Es gab ein Durchsuchung der Wohnung des 52-Jährigen in Dortmund. Dabei ist laut Staatsanwaltschaft nichts Verdächtiges entdeckt worden. Der 52-Jährige befindet sich auf freiem Fuß. Gegen den Vater hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erwirkt. Dieser wurde jedoch ausgesetzt, der Mann wird durch das Ordnungsamt Wuppertal beaufsichtigt.

Die Menge des gefundenen kinderpornografischen Materials bezeichnet Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert als „erheblich“. Genaue Hintergründe seien aber bisher noch nicht zu konkretisieren. Bisher lautet der Vorwurf auf Besitz von Kinderpornografie und Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Polizei fand bei dem 83-Jährigen einen scharfen Revolver und Teile einer Panzerabwehrrakete ohne Sprengkopf.

Der 83-Jährige hat ehrenamtlich Schüler bei deren Hausaufgaben betreut. Nach derzeitigem Stand hat die Polizei keine Hinweise darauf, dass der Beschuldigte sein Ehrenamt ausgenutzt hat, um Kinder sexuell zu missbrauchen.

mit dpa

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