Kinder und Jugendliche helfen Polizei bei Kontrollen

Blitzmarathon am 18. September

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen bereitet den siebten 24-Stunden-Blitzmarathon vor. Neben NRW wirken alle anderen Bundesländer mit. Kinder und Jugendliche sollen der Polizei in Dortmund vor den Kontrollen und beim Blitzmarathon am 18. September helfen. Wichtiges Medium ist dabei das Internet.

DORTMUND

, 20.08.2014, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

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Beispiel Dortmund: Nur 13 Prozent der Unfälle, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind, ereignen sich morgens auf dem Weg zur Schule oder mittags zurück nach Hause. Viel wichtiger ist für die Polizei der Zeitraum zwischen 15 und 18 Uhr: 61 Prozent der Unfälle mit Kinder und Jugendlichen ereignen sich in der Freizeit. Die meisten jungen Unfallopfer waren in Dortmund als Fußgänger oder Radfahrer beteiligt. Das erklärt auch die hohe Zahl der Verletzten unter ihnen: Keine Karrosserie und kein Sicherheitsgurt schützen die jungen Verkehrsteilnehmer bei einem Zusammenstoß mit dem Unfallgegner.

Der Blitzmarathon setzt wie bei den sechs Kontrollen zuvor beim Thema Tempo an. "Je höher die Geschwindigkeit, desto gravierender die Unfallfolgen", begründet der Leitende Polizeidirektor Günther Overbeck (61) die rund-um-die-Uhr-Kontrollen am 18. und 19. September. Der Blitzmarathon verfolgt von Beginn an das Ziel, die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Stadt zu senken.

Die Idee, Bürger am NRW-Blitzmarathon zu beteiligen, stammt aus Dortmund. Neu ist, dass die Polizei jetzt gezielt Kinder und Jugendliche bittet, die aus eigener Perspektive erkannten Brennpunkte zu nennen. Ab dem 1. September 2014 haben sie acht Tage Zeit, per Internet gefährliche Strecken zu melden. Die Polizei will sie an den Kontrollstellen auch als "Messpaten" einsetzen.

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Wichtige Partner sind für die Polizei vorher auch die Schulen in Dortmund. Ob Grundschulen oder weiterführende Schulen: Alle haben in den vergangenen Tagen Post von der Polizei erhalten. Sie will die Lehrerkollegien und Klassen für den Blitzmarathon begeistern. Bezirksdienstbeamte und Verkehrssicherheitsberater der Polizei besuchen die Schulen, um über die Aktion und die Gefahren im Alltag zu informieren.

Dabei nehmen sie nicht nur Autofahrer in den Blick. Denn es sind häufig auch Schülerinnen und Schüler, die Gefahren provozieren, weil sie Verkehrsregeln missachten. Weil sie unvermittelt die Straße überqueren, Rotlicht an Ampeln missachten und "mit unvorhersehbarem Verhalten die Reaktionszeit der Autofahrer verkürzen", berichtet Günther Overbeck aus dem Alltag.

Bei Verkehrskontrollen stellt die Polizei häufig fest, dass Eltern als Autofahrer ihrer Verantwortung für die eigenen Kinder oder Kinder anderer Eltern nicht ernst nehmen. Die Dortmunder Polizeisprecherin Amanda Kolbe: "Vier Kinder auf der Rückbank, die mal eben zum Sportplatz gefahren werden. Aber nicht angeschnallt", berichtet sie. Warum Eltern so nachlässig sind, kann sich die Polizei nicht erklären.

Dortmund: Schüler, Unfälle und aktuelle Zahlen
- In 75 von 100 Unfällen werden Kinder verletzt.

- 13 Prozent der Unfälle mit Kindern und Jugendlichen ereignen sich auf Schulwegen.

- 61 Prozent der Unfälle mit Kindern und Jugendlichen ereignen sich in der Freizeit zwischen 15 und 18 Uhr.

- Die Zahl der Schwerverletzten (alle Altersgruppen) ist in der ersten Jahreshälte 2014 (Vergleich erste Jahreshälfte 2013) um 18 auf 126 gestiegen.

- Die Zahl der Leichtverletzten ist im gleichen Zeitraum um 61 auf 793 gestiegen.

- Nur 1,6 Prozent aller Unfälle in Dortmund ereignen sich an Unfallschwerpunkten.

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