Kinder stellen auf dem Lernbauernhof ihre eigene Farbe her

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Dass Rote Beete färbt, wissen viele Kinder von zuhause. Aber woraus können noch Farben hergestellt werden? Das haben die Teilnehmer eines Ferienkurses auf dem Lernbauernhof in Derne gelernt.

Derne

, 25.07.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Pass auf! Wenn du damit kleckerst, färbt das deine Kleidung.“ Diesen Satz werden viele Eltern ihren Kindern beim Essen sagen, wenn es Rote Beete gibt. Die Mahnung kommt nicht von ungefähr, wie die Teilnehmer eines Ferienkurses auf dem Lernbauernhof in Derne feststellen konnten.

Zehn Kinder haben in der Woche vom 20. bis zum 24. Juli an der „Naturfarb-Werkstatt“ teilgenommen. Der Inhalt des einwöchigen Kurses war, wie aus Naturmaterialien Farbe hergestellt werden kann. Anschließend haben die Kinder damit gemalt und die Gemälde ihren Eltern vorgestellt.

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Organisiert hat den Kurs Elmar Schulte-Tigges, Besitzer des Lernbauernhofs an der Kümper Heide. „Eigentlich findet in den Sommerferien immer ein Zeltcamp statt. Das musste aber wegen Corona ausfallen“, sagt er. „Deswegen haben wir uns die Naturfarb-Werkstatt als Alternativprogramm ausgedacht.“

Lernbauernhof-Mitarbeiterin Nadja Fekkak Rau hat den Kurs zusammen mit Jana Rolfsmeier, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf dem Hof absolviert, geleitet. „Elmar und ich waren im vergangenen Jahr bei einem Workshop von Sevengardens zu dem Thema und waren davon begeistert“, sagt Fekkak Rau.

Elmar Schulte-Tigges (v.l.), Besitzer des Lernbauernhofs neben Nadja Fekkak Rau und Jana Rolfsmeier, die den Ferienkurs geleitet haben. Im Hintergrund hängen die Bilder der Kinder.

Elmar Schulte-Tigges (v.l.), Besitzer des Lernbauernhofs, neben Nadja Fekkak Rau und Jana Rolfsmeier, die den Ferienkurs geleitet haben. Im Hintergrund hängen die Bilder der Kinder. © Tobias Larisch

Im Rahmen der Partnerschaft des Hofes mit der global agierenden Netzwerkinitiative Sevengardens erhielten die Kinder bei der Vorstellung ihrer Gemälde am Freitag (24.7.) ein Zertifikat überreicht, das sie als „Dialoger“ auszeichnet.

„Damit ist es den Kindern offiziell erlaubt, ihr Wissen, das sie in dem Kurs vermittelt bekommen haben, weiterzugeben“, sagt Schulte-Tigges. Neben der Wissensvermittlung hätte bei dem vom Fachbereich Schule der Stadt Dortmund mitgeförderten Kurs die Vermittlung von sozialen Kompetenzen im Vordergrund gestanden.

Kinder haben selbst nach Materialien gesucht

„Am meisten hat mir das Malen mit den selbstgemachten Farben Spaß gemacht“, sagt Ben, einer der Teilnehmer. Seine Lieblingsfarbe? „Gelb“, sagt der 10-Jährige und ist – demzufolge – BVB-Fan.

Aber wie kann aus Naturmaterialien Farbe gemacht werden? „Am Anfang sind wir durch die umliegenden Wälder gegangen und haben die Kinder nach etwas suchen lassen, woraus sie Farbe machen können“, erklärt Fekkak Rau.

Die Kinder zeigen ihren Eltern, was sie in der „Naturfarb-Werkstatt“ gemacht haben.

Die Kinder zeigen ihren Eltern, was sie in der „Naturfarb-Werkstatt“ gemacht haben. © Tobias Larisch

Anschließend wurden die gesammelten Blumen und andere Materialien wie Rote Beete, Rosenblätter, Malve oder Rotkohl mit einem Mörser zerkleinert. In einem Tuch haben die Kinder die kleinen Stücke zu flüssigen Farben ausgequetscht.

Auch Pinsel, Kreide und Kernseife wurden aus den Naturmaterialien hergestellt. Neben der Herstellung von Farben haben die Kinder auch die Tiere versorgt und andere Stallarbeiten erledigt. Zudem gab es ein biologisch-vegetarisches Mittagessen.

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