Neustart an Dortmunds größten Schulen: Kein Chaos im „Schüler-Berufsverkehr“

dzCorona-Lockerungen

Am Donnerstag (23.4.) haben die Dortmunder Berufskollegs und Schulen den Betrieb in abgewandelter Form wieder aufgenommen. Die zuvor durchaus befürchteten Verkehrsprobleme blieben aus.

Dortmund

, 23.04.2020, 09:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein ungewohntes Bild, das sich da am Donnerstagmorgen (23.4.) an den Berufskollegs zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Brügmannplatz offenbarte: Meterlange Absperrungen, unzählige Hinweisschilder und getrennte Eingänge sollten am ersten Tag des Schulneustarts dafür sorgen, dass das Infektionsrisiko durch Corona für Lehrer und Schüler so gering wie möglich ist. Die im Vorfeld durchaus befürchteten Verkehrsprobleme blieben aus.

Angebot von Bus und Bahn aufgestockt

„Wir haben das Angebot an Bussen und Bahnen in einem ersten Schritt durch zusätzliche Fahrzeuge im Stadtbahn- und Busbereich ausgeweitet“, erklärt DSW21-Sprecher Frank Fligge. Unter anderem habe man zum Schulbeginn um 8 Uhr auf speziellen Verbindungen insgesamt zwölf E-Wagen eingesetzt. Seine Bilanz am Mittag: „Es war sehr entspannt“, berichtete er. „Es waren relativ wenige Schülerinnen und Schüler mit Bus und Bahn unterwegs.“

Vorsichtsmaßnahmen am Berufskolleg

Am Eingang des Konrad-Klepping-Berufskollegs dienen Absperrungen und Hinweisschilder als notwendige Vorsichtsmaßnahmen. © Marius Paul

Tatsächlich blieb die Anzahl der Schüler, die zum Neustart an den unterschiedlichen Berufskollegs eintrafen, überschaubar. Von Problemen oder Bedenken auf dem Weg zur Schule war an diesem Morgen keine Spur. „Ich bin mit der Bahn gekommen und hatte schon den Eindruck, dass viele Menschen unterwegs waren. Man konnte den Abstand untereinander aber trotzdem gut einhalten“, berichtet ein Schüler des Karl-Schiller-Berufskollegs.

Parkplätze weitestgehend leer

Verkehrsprobleme? „Fehlanzeige“, unterstreicht Ralph Gering, der seit drei Jahren an den Berufskollegs unter anderem für die Sicherheit auf den Parkplätzen zuständig ist. „Eigentlich war es eher andersherum: Ich habe in der ganzen Zeit noch nie so wenige Autos zu Schulbeginn auf den Parkplätzen gesehen wie heute.“

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Eine vergleichbare Situation herrschte an den Berufskollegs in Hacheney. Viele freie Stellplätze, keine großen Schülerscharen und augenscheinlich viel Platz in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie eine Schülerin erklärt: „Ich hatte vier Plätze für mich.“ Ein Teil der Fahrgäste habe Schutzmasken getragen, aber längst nicht alle. Da sich eine Frau direkt hinter sie gesetzt habe, fühlte sich eine Mitschülerin dagegen schon etwas unwohl: „Es kommt eben auch immer auf das Verhalten der anderen Menschen an.“

Dass nur wenige Menschen in Bus und Bahn Masken trugen, beobachtete auch Frank Fligge. Er hofft auf Bessesrung. „Wenn jeder eine trägt, ist allen geholfen“, erklärt der DSW-Sprecher.

Bei vielen Schülern gilt die Sorge auch eher den gesundheitlichen Risiken in der Schule. So ist die Schulöffnung für Dominik, der das Fritz-Henßler-Berufskolleg besucht, nur schwer verständlich: „Natürlich freut man sich, dass man wieder zur Schule gehen kann, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass der Abstand tatsächlich gewährleistet werden kann.“

Und auch für Sidney ist der Neustart nicht nachzuvollziehen. Erst ab kommender Woche gelte die allgemeine Maskenpflicht, „wieso müssen die Schüler dann gerade jetzt wieder in die Schule? Man hätte damit vielleicht einfach noch warten sollen“, betont die Schülerin.

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