Kein Grippe-Impfstoff in Dortmund? Ärzte und Apotheker melden sich

dzMedikamente

Ein 78-Jähriger, der in ganz Dortmund keinen Grippe-Impfstoff findet? Gleich mehrere Ärzte und Apotheker wollen helfen. Das heißt auch: Noch an mehreren Orten gibt es den Impfstoff.

Dortmund

, 17.11.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein Körper ist geschwächt nach längerem Krankenhaus-Aufenthalt, also will er sich gegen Grippe impfen lassen. Reiner Gallen (78) hörte aber von seinem Hausarzt und von vielen Apotheken, die er abtelefoniert hatte: Der Impfstoff sei nirgends mehr aufzutreiben. In ganz Dortmund nicht.

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Tatsächlich nicht? Gleich mehrere Arztpraxen und Apotheken meldeten sich nach der Veröffentlichung von Gallens Geschichte. Sie alle wollten helfen. Nicht nur Dortmunder – selbst aus Wetter/Ruhr und aus Haltern am See gab es Hilfsangebote: Man habe selbst noch ein paar Rest-Ampullen vorrätig oder aber könne sie besorgen.

Apotheke aus Bövinghausen kannte den 78-Jährigen

Der entscheidende Anruf kam aber aus Dortmund-Bövinghausen. In der Central Farma-Plus-Apotheke an der Provinzialstraße kannte man Gallen, der in Marten wohnt und jahrzehntelang politisch engagiert war, und rief ihn direkt an: Man werde ihm zwei Impfdosen zurücklegen, wenn er jemanden vorbeischicken könnte zum Abholen. „Meine Schwiegertochter fährt da vorbei“, erklärte Gallen am Montag erfreut.

Ansonsten meldeten sich mehrere Ärzte: aus der Innenstadt, aus dem Kreuzviertel, von der B1. Sie alle erklärten: Ein bisschen Impfstoff gegen Grippe hätten sie noch. Allerdings auch nicht mehr viel. Manch einer sprach von fünf oder sechs Dosen, die noch übrig seien. Anderswo waren es sogar weniger.

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Wer noch Impfstoff hat, will ihn lieber behalten

Deshalb unterstreichen die Praxen: Im konkreten Fall hätten sie gerne geholfen. Doch sie würden ungern den Namen und die Telefonnummer der Praxis veröffentlicht haben.

Aus zwei Gründen: Zum einen wolle man in erster Linie die eigenen Patienten versorgen und da sei die Nachfrage nach Grippeimpfungen ja weiterhin da. Zum anderen würden dann sicher so viele Leute anrufen, dass die eigenen Patienten nicht mehr durchkämen.

Reiner Gallen freut sich jedenfalls über die Angebot: „Das ist ein gutes Zeichen, dass viele Menschen helfen wollen.“

800 Impfungen im vergangenen Jahr, 1400 in diesem

Wir groß der Run auf die Grippeimpfungen im Jahr 2020 ist, zeigen die Zahlen, die Dr. Prosper Rodewyk nennt. Er ist Leiter der Dortmunder Bezirksstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, aber auch Internist mit Praxis in Hörde.

Normalerweise würden dort pro Jahr 800 Impfungen gegen Grippe anstehen. In diesem Herbst seien es allerdings 1400 gewesen. „Wir haben noch einmal 500 Dosen nachbestellt“, so Rodewyk. Auf die warte man allerdings noch.

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