Kein Glühwein im Schlosshof: Romantischer Weihnachtsmarkt fällt aus

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Einer der romantischsten Weihnachtsmärkte Dortmunds wird 2020 wegen Corona nicht stattfinden. Vielleicht gibt es ein klitzekleines Trostpflaster für die enttäuschten Stammbesucher.

Lütgendortmund

, 15.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klein, kuschelig, intim: Die Stärken des niedlichen und romantischen Weihnachtsmarkts sind in der Corona-Krise sein größter Feind. Eine Absage des Festes ist deswegen wohl unvermeidlich gewesen – und nun offiziell.

Die Organisatoren haben schweren Herzens entschieden, dass „Dellwig im Advent“ in diesem Jahr ausfallen wird. „Mein Herz blutet“, sagt Reinhard Sack, Vorsitzender der ausrichtenden Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände (IGLVV), im Gespräch mit dieser Redaktion. Kurz zuvor hatte er mit seinem Vize Peter Bercio, Günter Eustrup (Aktiv im Ort) und Uwe Kolter (Verein Heimatmuseum) zusammengesessen und die Entscheidung getroffen.

Erste Absage von „Dellwig im Advent“ in 30 Jahren

Im Grunde habe man nur Argumente gefunden, die gegen eine Ausrichtung des beliebten Weihnachtsmarktes im und am Schloss Dellwig in diesem Jahr sprechen, sagt Sack. In der fast 30-jährigen Geschichte von „Dellwig im Advent“ ist die Absage eine Premiere. Erstmals werden sich der Schlosshof und sein Umfeld am ersten Advents-Wochenende (28./29. November) nicht in eine vorweihnachtliche Kulisse verwandeln.

Für viele Programmpunkte sei der Ort einfach zu klein, die Bühne genauso wie die Räume des Heimatsmuseums und der Innenhof, so der IG-Chef. Nicht nur das musikalische Programm müsste ausfallen, sondern auch die Weihnachtsbäckerei. „Für ein paar Buden ist der organisatorische Aufwand einfach zu groß“, meint Sack.

Der Markt verlöre seinen Reiz und Charme und würde in dieser Form vielleicht weniger Gäste anlocken. Andere, vor allem ältere Menschen und Personen der Risikogruppe, würden dem Treiben so oder so fernbleiben, vermutet Sack.

Und wie soll man überhaupt die Besucherströme organisieren? Eine Anmeldung im Internet wie für den Dortmunder Weihnachtsmarkt in der City hält Sack nicht für umsetzbar. „Und was macht man mit Besuchern, die einfach so kommen?“

Dellwig im Advent ist auch bei jungen Familien sehr beliebt. Sie alle müssen sich nun bis 2021 gedulden.

Dellwig im Advent ist auch bei jungen Familien sehr beliebt. Sie alle müssen sich nun bis 2021 gedulden. © Stephan Schütze (Archiv)

Angesichts der steigenden Infektionszahlen wisse man zum aktuellen Zeitpunkt zudem nicht, was Ende November erlaubt sein wird und was nicht. „Das Risiko ist einfach zu groß, jetzt einen Weihnachtsmarkt mit einem Riesenaufwand zu planen, und dann ist möglicherweise alles wieder hinfällig“, so Sack.

„Ich hoffe, unsere Vereine werden die Krise überleben“

Der IG-Vorsitzende bedauert die Entscheidung, vor allem, weil bereits das Lütgendortmunder Dorffest und die Bartholomäuskirmes wegen Corona ausfallen mussten. „Ich hoffe, unsere Vereine werden die Krise überleben.“

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Sack hofft zudem, dass zumindest das Schloss am ersten Adventswochenende in verschiedenen Farben angestrahlt wird, quasi als Trostpflaster für die sicherlich enttäuschten Stammbesucher. „Das würde sie bei ihrem Spaziergang bestimmt erfreuen.“ Eine Hürde sei noch die Finanzierung der Beleuchtung. Sack setzt auf eine Unterstützung durch die Bezirksvertretung Lütgendortmund.

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