Kein Bier im Jugendtreff? Das Jugendamt prüft ein Alkoholverbot in Jugendfreizeitstätten

dzJugendschutz

In einigen städtischen Jugendfreizeitstätten wird Alkohol verkauft. Ob trotz oder wegen des pädagogischen Auftrags lässt sich diskutieren. So oder so könnte sich das aber bald ändern.

Dortmund

, 01.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jugendfreizeitstätten haben nicht unbedingt den Ruf, dem Drogenkonsum besonders zugetan zu sein. Ihr Auftrag bewegt sich viel mehr irgendwo zwischen den Eckpunkten Schülerband-Konzert, Abenteuerspielplatz und pädagogisch wertvollen Gruppenaktionen.

Allerdings existieren Jugendfreizeitstätten eben auch in einer Gesellschaft. Und die ist dem Drogenkonsum durchaus zugetan – insbesondere dem Alkohol. Kein Rauschmittel wird auch nur annähernd als so normal angesehen.

Dementsprechend geben bisher zumindest einige der städtischen Jugendfreizeitstätten Alkohol aus. Doch das könnte sich bald ändern. Denn das Jugendamt prüft aktuell ein generelles Alkoholverbot in Jugendfreizeitstätten.

Alkohol in Jugendfreizeitstätten!?

Bisher kommen Jugendliche laut der Stadt in den Freizeitstätten in Rahm, Brackel und Lütgendortmund an Biermischgetränke und Bier. Bei Konzerten werden auch in den Jugendfreizeitstätten in Aplerbeck, Eichlinghofen und Schüren sowie im „Zentrum“ in Scharnhorst und im Jugendkulturcafé an der Rheinischen Straße alkoholhaltige Getränke ausgeschenkt.

In den städtischen Jugendfreizeitstätten gilt allerdings: „kein Bier vor 18 Uhr“. Wichtiger noch: Es werden nur dann alkoholhaltige Getränke ausgegeben, wenn keine Jugendlichen unter 16 Jahren mehr anwesend sind. Logischerweise also auch nur an Jugendliche, die mindestens 16 Jahre alt sind.

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Zur Frage, inwiefern der Verkauf von Alkohol dem pädagogischen Auftrag von Jugendfreizeitstätten zuträglich ist, schreibt die Stadt das Folgende: „Der Alkoholkonsum von Jugendlichen sollte nicht unkontrolliert und ohne pädagogische Begleitung stattfinden – daher ist Alkohol nach den Vorgaben des Jugendschutzgesetzes in Jugendfreizeitstätten erlaubt.“

Dahinter steckt wohl die – sehr berechtigte – Annahme, dass Jugendliche auch außerhalb von Jugendeinrichtungen an Bier kommen. Und das ab 16 auch völlig legal.

Oder sollte man doch besser keine Drogen nehmen?

Jetzt prüft das Jugendamt also, ob ein generelles Alkoholverbot in allen Jugendfreizeitstätten sinnvoll ist.

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Dazu heißt es von der Stadt: „Geprüft wird derzeit, ob ein Alkoholverbot eine kritische und reflektierte Haltung zu Alkohol nicht noch besser befördert.“ Das Jugendamt wolle im Sinne der Suchtprävention sein deutliches Signal gegen Alkohol weiter verstärken. Ein konkreten Anlass für die Überlegungen gebe es nicht.

Übrigens: Ein generelles Rauchverbot gilt in Jugendfreizeitstätten bereits – ebenso wie in allen anderen öffentlichen Gebäuden.

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