Kein Abstand möglich: Durchgang am Friedensplatz ist zu schmal

dzBaustelle in der City

Der Friedensplatz ist aktuell fast menschenleer. Umso mehr fällt die Baustelle auf, die sich seit über Wochen hinzieht. Manchen Dortmundern fällt sie besonders negativ auf.

Dortmund

, 11.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In diesen Kontaktsperre-Zeiten sind Baustellen eigentlich für viele willkommene Lebendigkeit in der beinahe menschenleeren Dortmunder Innenstadt. Am Friedensplatz und anderen Hauptstraßen in der City verlegt das DEW21-Tochterunternehmen Donetz seit Anfang des Jahres neue Fernwärmeleitungen.

Die Baustelle am Friedensplatz ab dem Durchgang von der Straße Olpe bis zur Prinzenstraße fällt dabei gerade besonders auf. Das hat mehrere Gründe.

Dortmunder beklagt sich über zu engen Baustellendurchgang

Einer dieser Gründe hat einen aktuellen Corona-Anlass. Leser haben diese Redaktion auf den Durchgang zwischen zwei Baustellen-Teilen hingewiesen.

„Hier werden die Abstandsregeln gebrochen. Der Baustellen-Durchgang misst an seiner engsten Stelle weniger als einen Meter. Selbst die Bauarbeiter müssen zur Seite treten, viel zu enge Passanten-Begegnungen sind unvermeidlich“, sagt Dr. Thomas G. Schätzler, der eine Arztpraxis an der Kleppingstraße betreibt.

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Donetz-Sprecher Ole Lünnemann hält den Durchgang trotz der Enge für zumutbar. „So etwas haben wir in der Stadt immer wieder mal.“ Es gehe um eine Verengung auf einer Länge von fünf Metern.

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„Da müssen wir darauf setzen, dass die Leute sich untereinander verständigen und stehen bleiben, wenn jemand entgegen kommt“, sagt Ole Lünnemann. Tatsächlich finden sich solche Engstellen an vielen Orten in Dortmund, etwa auf halb zugeparkten Gehwegen oder eben an Baustellen.

Alternative wäre eine komplette Sperrung des Friedensplatzes gewesen

Die Alternative zu dem schmalen Durchgang wäre laut Ole Lünnemann gewesen, den Friedensplatz an dieser Stelle ganz zu schließen. Das könnte spätestens dann wieder für neue Diskussionen sorgen, wenn eines Tages wieder mehr Menschen rund um Dortmunds zentralen Innenstadt-Platz unterwegs sind.

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Denn die Absperrung am Friedensplatz wird den Dortmundern noch erhalten bleiben, möglicherweise länger als das Ansammlungs- und Kontaktverbot in seiner aktuellen Form.

Verzögerungen an Baustellen - aber durch die Coronakrise geht’s an manchen Stellen auch schneller

Der anvisierte Abschlusstermin für die Arbeiten Ende April sei nicht zu halten, teilt Ole Lünnemann mit. Das habe seine Ursache zum einen in Lieferschwierigkeiten und verlängerte Wartezeiten infolge der weltweiten Coronakrise.

Leanna springt auf dem menschenleeren Friedensplatz. Seit die Spielplätze geschlossen sind, kommt sie mit ihrer Mutter öfter hierher, um zu spielen. Ansammlungen über zwei Personen sind bundesweit verboten, Geschäfte und Gastronomiebetriebe geschlossen.

Leanna springt auf dem menschenleeren Friedensplatz. Seit die Spielplätze geschlossen sind, kommt sie mit ihrer Mutter öfter hierher, um zu spielen. Ansammlungen über zwei Personen sind bundesweit verboten, Geschäfte und Gastronomiebetriebe geschlossen. © dpa

„Es ist gerade schwierig abzuschätzen, wie sich die Krise auswirken wird.“ Dafür komme man an anderen Baustellen wegen des geringen Autoverkehrs schneller voran.

Doch die Baustellen an der Hansastraße und am Friedensplatz hätten in den vergangenen Wochen immer wieder auch wegen archäologischer Funde stillgestanden. „Sobald man in diesem Teil der Stadt in den Boden geht, findet man etwas“, sagt Donetz-Sprecher Ole Lünnemann.

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