Der Wall in Dortmund © Oliver Schaper (Archivbild)
Null-Toleranz-Politik

Kaum Tuner und Raser auf Dortmunds Wall – Szene weicht in andere Stadt aus

Die Null-Toleranz-Politik von Polizei und Stadt gegenüber der Autoszene scheint Wirkung zu zeigen: Am Freitag blieb es auf Dortmunds Wall ruhig. Dafür ging es in einer Nachbarstadt hoch her.

Seit Wochen gehen das Ordnungsamt und die Polizei in Dortmund hart gegen die Autoszene auf Dortmunds Wall vor: An den vergangenen Wochenenden gab es Großkontrollen in Serie, Wall-Sperrungen inklusive, bei denen jeweils hunderte Autos kontrolliert wurden. Darüber hinaus machten die Behörden den Wall nachts zu einer Tempo-30-Zone.

Diese Null-Toleranz-Politik scheint nun erste Auswirkungen zu haben. Wie die Leitstelle der Polizei auf Nachfrage unserer Redaktion sagte, blieb es in der Nacht von Freitag auf Samstag ruhig auf Dortmunds Innenstadt-Ring: „Es gab keine größeren Vorkommnisse.“

Dafür hatte die Polizei in Unna einen arbeitsreichen Abend: In Dortmunds Nachbarstadt kam es zu einem Großeinsatz gegen die „Raser-, Poser- und Tuningszene“, wie die Polizei Unna in einer Pressemitteilung schreibt.

Gleich an mehreren Stellen der Innenstadt stieß sie auf Angehörige der Autoszene. Sie sprach Platzverweise auf, richtete eine Kontrollstelle auf dem dortigen Ring ein, unterband illegale Autorennen. Es kam sogar zu einer Verfolgungsjagd, wie der Hellweger Anzeiger berichtet.

Die Autoszene der Region, die sich zuvor in Dortmund zusammengekommen war, schien am Freitag Unna als Treffpunkt ausgemacht zu haben: Die meisten kontrollierten Autos hatten „auswärtige Kennzeichen“, zitiert der Hellweger Anzeiger einen Sprecher der Polizei Unna, „und die kamen nicht nur aus Dortmund“.

In Unna ist man überzeugt, es mit einem Verdrängungsprozess zu tun zu haben: „Wir sind aufgrund der jüngsten Vorkommnisse in Dortmund, die die Raser-, Poser- und Tuningszene betreffen, auf eine eventuelle Verlagerung nach Unna vorbereitet“, wird Polizeioberrat Stephan Werning, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Unna, in einer Pressemitteilung zitiert.

Werning kündigte weitere Kontrollen der Autoszene in der Zukunft an: „Wir dulden in unserem Zuständigkeitsbereich keinen neuen Hotspot der Raser-, Poser- und Tuningszene.“

Angesichts des bevorstehenden starken Schneefalls und Eisregens ging die Polizei-Leitstelle in Dortmund am frühen Samstagabend davon aus, dass auch die Nacht zu Sonntag eine ruhige am Wall werde.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
1984 geboren, schreibe ich mich seit 2009 durch die verschiedenen Redaktionen von Lensing Media. Seit 2013 bin ich in der Lokalredaktion Dortmund, was meiner Vorliebe zu Schwarzgelb entgegenkommt. Daneben pflege ich meine Schwächen für Stadtgeschichte (einmal Historiker, immer Historiker), schöne Texte und Tresengespräche.
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Thomas Thiel

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