Kater „Bärchen“ mit Krebs-Tumor ausgesetzt – „Tiere sind Abfallprodukte“

dzTierquälerei in Hombruch

Kater „Bärchen“ hat Krebs. Weil seine ehemaligen Besitzer offenbar anfallende Tierarztkosten sparen wollten, setzten sie das Tier einfach aus. Ein Verhalten, das so wohl öfter vorkommt.

von Anika Hinz

Hombruch, Dortmund

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Kranke Tiere brauchen Aufmerksamkeit und kosten unter Umständen viel Geld. So auch der schwarze Kater „Bärchen“, der mit einer vermeintlichen Rückenwunde im März in Dortmund-Hombruch gefunden wurde. „Das kranke Tier wurde uns von einer Anwohnerin vorbei gebracht und hatte eine riesige offene Wunde“, erinnert sich Arche-90-Sprecherin Gaby Bauer. Die Finderin hatte das Tier zuvor in ihrem eigenen Garten gehalten, war am Ende jedoch mit der Situation überfordert. „Glücklicherweise landete der Kater dann bei uns, denn die Rückenwunde war gar keine Wunde, sondern etwas viel Schlimmeres“, sagt Bauer.

Als die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Arche 90 mit dem Kater zum Tierarzt gingen, folgte nämlich der Schock: Das Tier hat einen bösartigen Tumor und muss sofort operiert werden. Gesagt, getan - das bösartige Gewebe wurde komplett entfernt. Jetzt steht nur noch die Frage im Raum, ob der Krebs gestreut hat. „Leider können wir das momentan nicht testen, da sich der Kater auf unserer Quarantäne-Station befindet“, sagt Bauer. Denn neben seiner Krebserkrankung hat Bärchen auch mit einem ansteckenden Parasiten zu kämpfen.

Angeschlagenes Immunsystem wegen Kokzidien

Der Kater ist von sogenannten Kokzidien befallen. Ein Parasit, der sich im Magen-Darm-Trakt ansiedelt und schwere Durchfälle verursacht. „Die Erkrankung hinterlässt ein angeschlagenes Immunsystem, deswegen kann sich der Kater nur schwer erholen“, so Gaby Bauer und fügt traurig hinzu: „Wir können nicht sagen, wann es ihm besser geht. Er macht aber zumindest momentan einen positiven Eindruck.“

Kater „Bärchen“ mit Krebs-Tumor ausgesetzt – „Tiere sind Abfallprodukte“

Die vermeintliche Rückenwunde entpuppte sich als bösartiger Tumor. © Arche 90 e.V.

Von seiner Atmung her sähe Bärchen gut aus. Nur die Kokzidien bereiten den Mitarbeitern von Arche 90 Sorgen. Sobald diese verschwinden, dürfte einer positiven Zukunft für den Kater aber nichts mehr im Wege stehen. „Der Tierarzt muss grünes Licht geben, dann können wir die Fellnase vermitteln“, teilt Bauer mit. Bärchen würde dann mit Foto und Vermittlungsvoraussetzungen auf der Internetseite der Tierschutzorganisation auftauchen.

Immer öfter kranke Tiere

Bei der Vermittlung achten die Mitarbeiter von Arche 90 darauf, dass Katzen auch in Haushalten mit Katzen landen. „Sonst fühlen sich die Tiere alleine und sind unglücklich. Vor allem, wenn sie immer nur in der Wohnung sind“, so Bauer. Leider kam es in der Vergangenheit recht häufig vor, dass insbesondere kranke Tiere abgegeben wurden.

Bärchen ist somit kein Einzelfall. „Für viele Leute sind Tiere Abfallprodukte geworden. Wenn sie krank sind, werden sie entsorgt oder durch gesunde Tiere ersetzt“, erzählt Einsatzfahrerin Gaby Bauer. Sie ist schlichtweg entsetzt darüber, wie mit „guten Kerlen wie Bärchen“ umgegangen wird.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt