Kapern Corona-Schutz-Gegner das Geisterderby? Sorge wegen Demos

dzBVB gegen Schalke

Teilnehmer der Demos gegen die Corona-Verordnungen nutzen am Samstag womöglich die angespannte Lage um den Spieltag aus. Bei Polizei und Ordnungsamt ist man auf dieses Szenario vorbereitet.

Dortmund

, 13.05.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn am Samstag (16. Mai) der BVB vor leeren Rängen gegen Schalke spielt, dann gilt die einzige Sorge von Stadt und Polizei nicht nur Fußballfans, die die Infektionsschutzmaßnahmen missachten könnten.

Zwar befürchten die Behörden auch, dass sich Fans am Stadion oder an anderen Orten in der Stadt versammeln oder zu Fanmärschen zusammenschließen könnten. Doch sie bereiten sich auch darauf davor, dass die Demonstranten, die an den vergangenen Wochenenden für Aufsehen in Dortmund sorgten, Probleme machen könnten.

„Wir erleben, dass es eine neue Szene gibt, die sich gegen die Corona-Bedingungen äußert“, sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Mittwoch (12. Mai) in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Stadt, Polizei und BVB anlässlich des Geisterderbys. Gemeint sind die Demonstrationen von Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern und Neonazis, die an den vergangenen Wochenenden in der Innenstadt zu beobachten waren.


Werden sich Demo- und Fußballgeschehen vermischen?

Und Sierau befürchtet, dass diese sich denken „Nutzen wir doch mal den Derby-Tag, um zu manifestieren, was wir von den Regeln halten.“ Polizeipräsident Gregor Lange, der ebenfalls an der Pressekonferenz teilnahm, teilt diese Befürchtung. „Am Spieltag könnte der eine oder andere meinen, die Situation auszunutzen und unter diesem Siegel Öffentlichkeit herzustellen“, erklärte er.

Doch, so machten sowohl Oberbürgermeister als auch Polizeipräsident klar, das werde am Samstag nicht geduldet. „Ansammlungen von Fans und auch von Pseudo-Fans, die eigentlich ein ganz anderes Ziel verfolgen, werden verhindert“, sagte Sierau.

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Sowohl Polizei als auch Ordnungsamt werden die Verbote, die mit dem Infektionsschutz einhergehen, strikt kontrollieren, so die Ankündigung. Dazu gehören nicht nur das Ansammlungsverbot im öffentlichen Raum, sondern auch die Einschränkungen, die in der Gastronomie gelten. Details zum Sicherheitskonzept, um die Einhaltung dieser Regeln durchzusetzen, wollte man am Mittwoch nicht nennen.

Geister-Derby ist für Polizei Neuland

Beim BVB selbst ist man im übrigens optimistisch, dass sich keine Fans in Dortmund versammeln werden. Er stehe im Kontakt mit den Fanbetreuern, sagte Dr. Christian Hockenjos, Direktor Organisation beim BVB, in der Pressekonferenz. Und bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass es in der organisierten Fanszene Bestrebungen gibt, sich zu treffen - weder am Stadion noch anderswo. Aus Gelsenkirchen sei ähnliches zu hören.

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Die Polizei ist dennoch in Alarmbereitschaft. Vom Aufwand her unterscheide sich dieses Spiel kaum von einem normalen Revierderby mit Zuschauern, erklärte Gregor Lange. „Wir als Polizei werden mit starken Kräften vor Ort sein. Wir werden konsequent einschreiten bei Ansammlungen, wenn es nicht anders zu lösen ist.“ Man habe eine „auf maximale Flexibilität ausgerichtete Einsatzplanung erarbeitet.“

Abstand beim Torjubel

Ullrich Sierau appelliert ein weiteres Mal an die Fußballfans: „Bleiben Sie Zuhause - so muss das Motto auch und ganz besonders beim Derby lauten“, sagte er. Und auch beim Jubel über ein Tor solle man sich zurückhalten und den Abstand wahren. Sein Ziel ist klar: Es soll keine Neuinfektion durch das Derby geben.

Gregor Lange fügt hinzu: „Die Fußballfans haben am Samstag die Chance, zu beweisen, dass die Entscheidung, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, kein Fehler war.“ Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass sich ein Großteil der Menschen vernünftig und verantwortungsbewusst verhalten. „Wir haben Verständnis dafür, dass die Menschen sich den Alltag zurückwünschen - auch beim Fußball.“

Um diesen aber wieder zu erreichen, sei es notwendig, sich weiter an die Regeln zu halten.

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