CDU fordert flächendeckende Kameraüberwachung im Aplerbecker Ortskern

dzRandalierende Jugendliche

Im Dortmunder Süden kochen die Emotionen hoch. Jugendliche machen Aplerbeck unsicher, die Polizei will mehr Stärke zeigen. Politikern ist das nicht genug. Hat man die Situation unterschätzt?

Aplerbeck

, 03.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner bitten um Hilfe. Die Polizei verspricht, mehr Präsenz zu zeigen. Selbst Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange scheint so langsam die Geduld zu verlieren: „Raubüberfälle sind eine starke Belastung für die Opfer. Die aus Gruppen heraus begangenen Straftaten führen zu Verunsicherungen im Stadtteil. Deshalb haben wir unsere Präsenz in dem Bereich deutlich verstärkt. Für die weiteren Schritte ist hilfreich, dass wir die Namen der Haupttäter und auch die der Mitläufer bereits kennen.“

Und die sollen, so Lange, die Härte des Gesetzes spüren – auch in Form von Untersuchungshaft. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Aplerbeck fordert aber noch mehr. Nicht nur vermehrte Polizeipräsenz und dringend notwendige „aufsuchende Arbeit“ (Streetworker) durch das Dortmunder Jugendamt.

Ingeborg Milde und Dirk Mayer in einer der Gassen, die von der Köln-Berliner-Straßen in Richtung Kaufland führt.

Ingeborg Milde und Dirk Mayer in einer der Gassen, die von der Köln-Berliner-Straßen in Richtung Kaufland führt. © Jörg Bauerfeld

Die CDU fordert eine flächendeckende Kameraüberwachung im Aplerbecker Ortskern. „Ich weiß, dass so ein Vorschlag immer sehr stark kritisiert wird, aber ich bin für eine Kameraüberwachung“, sagt Dirk Mayer, stellvertretender Bezirksbürgermeister (CDU).

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Gerade an Punkten im Bereich zwischen Marsbruchplatz und dem Kaufland müsse eine Kameraüberwachung kommen. „Wir sind als Fraktion dafür und werden in einer der nächsten Sitzungen auch einen Antrag zu dem Thema stellen“, sagt Ingeborg Milde, Fraktionsvorsitzende der CDU in der Bezirksvertretung Aplerbeck.

Verschiedene „Überwachungspunkte“ möglich

Aber wo wäre denn eine Überwachung notwendig? Laut Mayer und Milde auf jeden Fall in den kleinen Verbindungsgassen, zwischen dem Marsbruchplatz und eben dem Kaufland. Im Bereich der Emschergasse und dem großen Parkplatz an der Egbertstraße.

Hier würden die Jugendlichen herumgammeln, hier kommt es immer wieder zu Vorfällen. „Ich weiß, dass es ganz schwierig sein wird, Kameras durchzusetzen“, sagt Mayer. Aber angesichts der Zustände sehe der CDU-Politiker und Jurist keine andere Möglichkeit.

Es könne nicht sein, dass sich die Menschen abends nicht mehr auf die Straße trauen, so Milde. Zudem gäbe es in Aplerbeck bereits Kameras in der Öffentlichkeit. Eine ist eine Webcam, die 24 Stunden lang das Aplerbecker Amtshaus und den Marktplatz zeigt.

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Zudem sind an der Endhaltestelle der U47 auch Kameras installiert, die den Bahnsteigbereich abscannen. „Vielleicht“, so Mayer, „kann man ja auch auf dieses Material zugreifen.“ Man werde die Gespräche mit der DSW21 suchen.

Hat man die Sache in Aplerbeck vielleicht unterschätzt? Vielleicht, so Mayer, hat man das. Auch die Stadt war schon früh im Bilde bezüglich der nicht immer freundlichen Jugendlichen. Es sei kein Personal da, habe es aber immer geheißen. „Man hat das Gefühl, es wird viel geduldet“, so Mayer.

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