Neue Technik

Kamera-Autos kurven ab Frühjahr durch alle Straßen Dortmunds

Autos mit Kameras auf dem Dach fahren ab dem Frühjahr wieder durch Dortmund. Auch Laser werden eingesetzt. Dieses Mal ist es aber nicht für Google Streetview.
Dieses Auto wird ab Frühjahr zu verkehrsarmen Zeiten auf Dortmunds Straßen unterwegs sein. © Stadt Dortmund

Nicht der große Bruder und nicht Google stecken hinter den Autos, die ab Frühjahr mit Kameras auf dem Dach durch Dortmunds Straßen fahren. Sie haben über 1800 Straßenkilometer vor sich – und das im Auftrag des Tiefbauamtes.

Die ersten Autos dieser Art sind bereits vor gut vier Jahren durch Hombruch gefahren. Damals handelte es sich noch um ein mittlerweile erfolgreich abgeschlossenes digitales Pilotprojekt, das nun buchstäblich über die gesamte Stadt ausgerollt wird.

Es geht dabei um die Frage, wie gut erhalten Dortmunds Straßen sind. Eine solche Analyse führt das Tiefbauamt alle fünf Jahre für jede Straße, jeden Radweg, jeden Fußweg durch. Jetzt wird dafür erstmals flächendeckend eine neue Technik eingesetzt. Den Beschluss dafür hatte der Rat der Stadt vor gut einem halben Jahr gefasst.

Kamera löst Augenschein ab

Denn bislang haben die Verkehrssicherheitskontrolleure ihre Bewertungen – zwar fachlich geleitet – nur nach Augenschein auf Fragebögen und Tabellen festgehalten. Diese wurden vor Ort ausgefüllt und dann zur Auswertung in eine Datenbank übertragen.

Ein aufwändiges Verfahren, das auch Ungenauigkeiten mit sich brachte, und – weil subjektiv betrachtet – zu unterschiedlichen Bewertungen führte. Eine Straße, die zuvor als schlecht eingestuft wurde, war ohne Reparaturen nach fünf Jahren plötzlich im guten Zustand. Auch der Übertrag in die Datenbank war potenziell fehleranfällig.

Die neue Technik dagegen vereint die bildbasierte Zustandserfassung der Straßen und Laserscans. Diese Erfassungsmethoden liefern genauere Ergebnisse für einen verlässlichen Kataster. Das wiederum ist unumgänglich, um eine Rangfolge für Reparaturen oder den Bau neuer Straßen festzulegen.

Auch Verkehrszeichen werden aufgenommen

Die Fahrzeuge des beauftragten Unternehmens „eagle eye technologies“ werden neben der Erfassung des Straßenzustands auch die Verkehrszeichen aufnehmen. Dabei kommen zwei Fahrzeugtypen für die verschiedenen Messungen zum Einsatz.

Dieses Fahrzeug dient der messtechnischen Erfassung des Straßenzustands.
Dieses Fahrzeug dient der messtechnischen Erfassung des Straßenzustands. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Die Messfahrzeuge sind mit speziellen Sensoren ausgestattet. Mit deren Hilfe werden sämtliche Straßenflächen während der Fahrt digital erfasst. Zahlreiche Stereobildkameras, Laserscanner sowie auf den Straßenbelag gerichtete hochauflösende Messkameras zur Ermittlung von Oberflächenschäden nehmen Fahrbahnen und Nebenanlagen in jeweils zwei Fahrtrichtungen auf – auch bei Tempo 50.

Die Fahrt soll zu verkehrsarmen Zeiten erfolgen, startet voraussichtlich im März 2021 und wird nahezu das gesamte Jahr dauern – auch das Wetter spiele dabei eine Rolle, teilt die Stadt mit.

Digitaler Zwilling Dortmunds

Anschließend werden die Daten für die Stadt aufbereitet, dokumentiert und bewertet. Sie sind die Grundlage für den Aufbau eines Straßenkatasters und eines Schilderkatasters sowie für ein spezielles Erhaltungskonzept. Mithilfe des so erstellten „digitalen Zwillings“ von Dortmund kann die Stadt ihre Straßeninfrastruktur gezielter verwalten, unterhalten sowie systematisch und effizient sanieren.

Das Tiefbauamt betont, dass die Bilder und Informationen im Rahmen des Datenschutzes nur für dienstliche Zwecke erhoben und ausgewertet werden.

Sämtliche personenbezogenen Daten würden schon vor dem Übertragen in die städtische IT anonymisiert oder unkenntlich gemacht.

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