Kamera-Auto von Google in Dortmund unterwegs

dzGoogle-Fahrzeug gesichtet

Das Google-Kamera-Auto ist wieder in Dortmund gesehen worden. Wer glaubt, fotografiert worden zu sein, kann unter Umständen rechtliche Schritte einleiten.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 22.07.2020, 05:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Falscher Alarm. Wer in Dortmund ein ungewöhnliches Auto mit einem Stativ samt Kamera auf dem Dach beobachtet hat, wurde nicht etwa für ein Update des Services „Google Street View“ fotografiert. Entsprechende Behauptungen waren auf Twitter laut geworden.

Stattdessen handelte es sich bei der Dortmund-Fahrt des berüchtigten Google-Autos um eine Maßnahme zur Verbesserung des Kartenmaterials auf Google Maps. Das teilte ein für Google zuständiger PR-Dienstleister gegenüber dieser Redaktion mit.

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„Wir wissen, dass das Interesse an unseren Kamera-Autos groß ist. Es sind dieselben Autos, die wir in der Vergangenheit genutzt haben, um Bilder für Street View aufzunehmen", teil Google zudem in einer Presseveröffentlichung mit. Allerdings gäbe es bei den aktuellen Dortmund-Fahrten keine Pläne, irgendwelche Fotoaufnahmen zu veröffentlichen.

Das Recht am eigenen Bild schützt davor, unmittelbar fotografiert zu werden

In der Vergangenheit kam in der Bevölkerung häufig die Frage auf, ob es überhaupt zulässig sei, dass Kamera-Fahrzeuge etwa das eigene Haus, den eigenen Garten oder gar das eigene Gesicht fotografieren und ins Internet stellen.

Diese Frage beantwortet in Deutschland das sogenannte Recht am eigenen Bild. Dieses Recht besagt, dass niemand Bilder einer Person ohne die ausdrückliche Erlaubnis aufnehmen und veröffentlichen darf.

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Deshalb verspricht Google, Gesichter von Menschen auf den Fotos unkenntlich zu machen. Ist das mal nicht geschehen, kann der Betroffene bei Google Widerspruch gegen diese Veröffentlichung einlegen. Außerdem verpixelt das Unternehmen etwa Autokennzeichen.

Möglichkeit, Gebäude unkenntlich zu machen

Aber gilt das Recht am eigenen Bild auch für den eigenen Garten und das eigene Haus? Bei dieser Frage kommt in Deutschland die sogenannte Panoramafreiheit zum Tragen.

Demnach darf an öffentlichen Plätzen alles - außer einzelne, gut erkennbare Menschen - fotografiert werden, was von dem jeweiligen Standort aus zu sehen ist. Das schließt also auch Häser, Parkbuchten oder Gartenzäune mit ein. Bilder von Hausfassaden oder Gartenhecken auf der Google-Street-View-Karte sind also tendenziell durchaus zulässig.

Allerdings bietet Google auch die Möglichkeit, dass einzelne Gebäude im Straßen-Bilderdienst unkenntlich gemacht werden. Dazu muss ein Antrag eingereicht werden.

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