Kalte Küche – darum sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes stinksauer auf die Stadt

dzFerienspiele in Dortmund

Erstmals verzichtet der Mengeder Ferienspaß auf eine warme Küche - zumindest für die erwachsenen Gäste. Den Veranstaltern fehlt dafür ausreichend Strom. Auf den warten sie seit fünf Jahren.

Oestrich, Mengede

, 07.08.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pommes, Currywurst, Chicken Nuggets und andere Leckereien aus der Fritteuse und vom Grill stehen beim Mengeder Ferienspaß im Hansemannpark erstmals nicht auf der Speisekarte. „Hier gibt es Strom, der für ein Einfamilienhaus reicht. Aber für eine Veranstaltung wie diese brauchen wir das Doppelte“, sagt Günter Kock, der für die Technik zuständig ist. In Zahlen heißt das: Statt 44 werden 80 Kilowatt benötigt.

Kalte Küche – darum sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes stinksauer auf die Stadt

Eine große Hüpflandschaft gehört zu den Attraktionen des Mengeder Ferienspaßes. Auch für sie wird Strom benötigt. © Beate Dönnewald

Seit 2014 wartet der Verein „Arbeitsgemeinschaft Mengeder Ferienspaß“ darauf, dass die Stadt die Stromanlage im Park erweitert und für Wasseranschlüsse sorgt. „Das wurde uns versprochen, die Bezirksvertretung hat Geld bereit gestellt und nichts ist passiert“, fasst Günter Kock die Lage zusammen. Man sei stinksauer auf die Stadt, sagt seine Frau und Schriftführerin Elke Kock. Zu den Vorwürfen äußerte sich die Verwaltung bis Redaktionsschluss nicht.

Kalte Küche – darum sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes stinksauer auf die Stadt

Die Küche für die erwachsenen Besucher bleibt kalt, einzig der Kaffee und die Waffeln sind warm. © Beate Dönnewald

Für die Kinder gibt es täglich ein warmes Mittagessen

In den Vorjahren – bis auf 2018, als der Ferienspaß ausfallen musste – setzte der Vorstand einen geliehenen Stromgenerator ein. Doch der sei umweltschädlich und passe nicht zum eigenen Anspruch, so der Vorsitzende Tim Kock: „Auf der einen Seite gibt es hier nur Mehrweggeschirr, auf der anderen Seite lassen wir eine Feinstaubschleuder laufen. Das wollen wir nicht mehr.“

Kalte Küche – darum sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes stinksauer auf die Stadt

Erstmals ist das Ferienspaß-Gelände im Hansemann-Park eingezäunt. Vor allem die Eltern sind begeistert. © Beate Dönnewald

Einzig die Kinder dürfen sich nach wie vor an allen Tagen auf ein warmes Mittagessen freuen. Die Gäste hätten die Regelung sofort akzeptiert. „Gemeckert hat bislang niemand“, so Elke Kock. Ein Schild am Eingang klärt die Besucher über die Gründe auf.

Rund 300 Euro Umsatz pro Tag habe der Verein dadurch weniger. „Andererseits kostet das Stromaggregat 2000 Euro Miete“, so der 2. Vorsitzende Jürgen Franzke. Für das Küchenzelt samt Waffeleisen, die Hüpfburgen und die Bastelstände sei der vorhandene Strom ausreichend. Man müsse sich nur abstimmen.

Kalte Küche – darum sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes stinksauer auf die Stadt

Der Klassiker, das Kinderschminken, darf beim Mengeder Ferienspaß nicht fehlen. © Beate Dönnewald

500 Kinder kamen zur Eröffnung

Abgesehen von der mangelhaften Infrastruktur sind die Macher des Mengeder Ferienspaßes mit dem bisherigen Ablauf rundum zufrieden. Zur Eröffnung am Montag (5. 8.) kamen rund 500 Kinder, an den anderen Tagen waren es bislang 400. 41 Helfer sind im Einsatz, darunter auch einige neue und jugendliche Ehrenamtler.

Und noch etwas ist neu: Erstmals hat die AG das Gelände eingezäunt - so müssen Eltern ihre Kinder nicht permanent beaufsichtigen, sondern können ganz in Ruhe ihren Kaffee oder ihre Waffel genießen. „Dafür haben wir schon viel Lob bekommen“, freut sich Tim Kock.

Der Ferienspaß läuft bis zum 14. August (Mittwoch) täglich von 13 bis 17 Uhr. Danach bricht für die Kinder aber nicht die große Langeweile aus, denn im Stadtbezirk Mengede gibt es bis zum letzten Ferientag unterschiedliche Spiel-, Spaß- und Sport-Angebote.

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