Auf Grün folgt Kahlschlag: Baum-Überreste bleiben monatelang liegen

dzBaumfällungen

Bei einem Sturm im Oktober 2019 stürzte ein Baum in den Nachbargarten von Erika Krause. Weitere Bäume drohten zu fallen. Inzwischen wurden fast alle gefällt – aber nicht abtransportiert.

Jungferntal-Rahm

, 19.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

10 bis 15 Meter hoch waren die Bäume hinter den Gärten von Erika Krause (76) und ihren Nachbarn. Die wenigen übrig gebliebenen Exemplare erinnern an eine Zeit, in der das Grün die Schallschutz-Mauer zur A45 verdeckte.

Mitte Februar hat eine Firma im Auftrag von Straßen.NRW fast alle Bäume gefällt. „Mit so einem Kahlschlag hätte ich nicht gerechnet“, sagt Erika Krause, die an der Kosselstraße in Rahm wohnt.

Zwar seien sie und ihre Nachbarn froh, dass die Bäume gefällt wurden, die nach einem Sturm im Oktober 2019 zu kippen drohten. „Aber wir würden den Bereich gerne pflegen und verschönern“, erklärt Erika Krause. „Mit den Baumstämmen und Ästen, die seit vier Monaten dort herumliegen, geht das nicht.“

Baum stürzte in den Nachbargarten

Im Oktober 2019 hatten sich die Nachbarn der Kosselstraße gesammelt an Straßen NRW gewandt, weil ein Baum beim Sturm in Erika Krauses Nachbargarten gestürzt war. Die Anwohner fürchteten, dass weitere Bäume umstürzen könnten.

Zunächst hielt sich Straßen NRW jedoch bedeckt.

Ende Oktober 2019 sicherte der Betrieb dann die Fällung mehrerer Bäume zu, die zu fallen drohten oder auf zu weichem Untergrund standen Bäume und den Schnitt der übrigen Bäume zu. Zwischen Oktober und Februar sollte der Plan umgesetzt werden.

„Das hat ja auch gut funktioniert“, sagt Erika Krause. „Aber nun liegen die Überbleibsel seit Monaten hinter unseren Gärten.“ Abgesehen von der Optik fürchten die Nachbarn, dass größere Äste bei einem Sturm in ihre Gärten oder sogar bis zu den Häusern geweht werden.

Im Oktober 2019 sah es noch so hinter Erika Krauses Garten aus.

Im Oktober 2019 sah es noch so hinter Erika Krauses Garten aus. © (A) Carolin West

Zudem seien auch in der näheren Umgebung Bäume geschnitten oder gefällt worden. „Alles ist schon längst abgeholt worden“, sagt Erika Krause. „Nur hier liegt es noch herum.“ Die jüngeren Nachbarn seien inzwischen dazu übergegangen, die Äste und Stämme Stück für Stück zu zersägen und für ihre Kamine oder Grills zu verwenden.

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Ältere Nachbarn wie die 76-Jährige trauen sich das allerdings nicht zu. „Außerdem sind wir fest davon ausgegangen, dass alles abgeholt wird – es wurde uns ja sogar zugesichert.“

Straßen NRW kümmert sich

Sowohl die Arbeiter vor Ort als auch ein Mitarbeiter von Straßen NRW, den sie telefonisch kontaktiert habe, hätten ihr gesagt, dass Äste und Baumstämme abgeholt würden, so Erika Krause. Bei einem Anruf in der ersten Juni-Woche habe es dann plötzlich geheißen, alles bleibe liegen.

„Die Bäume werden definitiv abgeholt“, gibt jedoch eine Sprecherin von Straßen NRW Entwarnung. „Es ist nicht unüblich, dass sie im Winter geschnitten und erst im Frühjahr oder Sommer abgeholt werden. In den kommenden Wochen wird das geschehen.“

Der Kahlschlag sei nötig gewesen, weil nicht nur Bäume entfernt werden mussten, die zu fallen drohten, sondern auch kranke Bäume.

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