Junge Ehrenamtler engagieren sich im Museum für Kunst und Kulturgeschichte

dzMKK Jugendbeirat

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund hat nun offiziell einen eigenen Jugendbeirat. In Zukunft wird es daher neue Inhalte für Kinder und Jugendliche im Museum geben.

von Alexandra Wachelau

Mitte

, 11.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Etwas müde sehen die Jugendlichen aus, als sie um halb vier nach der Schule im Museum eintreffen. An der Seite liegen Schulranzen, einer der Jugendlichen hat bereits seinen Abiturpullover an, obwohl die Prüfungen noch anstehen. Als sie jedoch gefragt werden, was sie sich für Aktionen für das Museum überlegt haben, werden die Schüler lebendiger.

„Ich habe mich immer schon für das Mittelalter interessiert. Ich war auch als Kind auf vielen Mittelaltermärkten“, sagt der 18-jährige Ilker Acer. Daher ist er – das ist allerdings schon einige Jahre her – in den KinderJugendbeirat (KiJu) des Adlerturms eingetreten.

Neue Möglichkeit für ehemalige KiJus

„Im letzten Jahr war der Adlerturm allerdings einen Monat geschlossen. Dadurch ist dieser Jugendbeirat überhaupt erst entstanden“, sagt Daniela Brechensbauer, die leitende Museumspädagogin des MKK. Die Jugendlichen des KiJu Adlerturm haben sich in dem Monat alternativ im MKK getroffen. „So ist dann die Idee entstanden, für das MKK einen eigenen Jugendbeirat zu eröffnen. Zumal viele Kinder mit Recht bemerkt haben, dass sie inzwischen etwas zu alt für den KiJu Adlerturm sind“, so Brechensbauer.

Der Altersdurchschnitt der Jugendlichen ist in der Tat höher als die der jungen Zielgruppe des Adlerturms. Daher blieben die 14- bis 18-jährigen seit letztem Sommer am MKK. „Wir haben uns quasi dramatisch verjüngt“, sagt Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker und lacht. „Wir hoffen, dass wir mit diesem jungen Team auch neue Denkanstöße für unser Museum bekommen.“

Viele der Mitglieder des neuen Jugendbeirats MKK haben schon Erfahrung mit der Arbeit am Museum. „Einer der Jugendlichen ist beispielsweise schon seit der dritten Klasse im KiJu“, sagt Brechensbauer.

Neue Museumsaktionen

An den Plänen für neue Aktionen wird schon seit Monaten fleißig gefeilt. „Wir befinden uns noch in der Findungsphase“, sagt Museumspädagoge Roman Kurth. Ideen haben sie schon: „Am letzten Sonntag im Monat bieten wir nun einen Familiennachmittag an“, sagt Brechensbauer.

Außerdem interessieren sich die Jugendlichen für Karten. „Wir haben überlegt, Kindern nach einer kurzen Einführung in mittelalterliche Stadtpläne eine Karte zum Selberbasteln zu geben“, sagt Ilker Acer. Auch ein Stadtführer mit berühmten Dortmunder Persönlichkeiten ist angedacht.

„Ich finde es bemerkenswert, wie die Jugendlichen hier ehrenamtlich so viel Zeit investieren und Interesse zeigen“, sagt Daniela Brechensbauer. Momentan gehören sieben Mitglieder zum Team, das gern weitere Mitglieder aufnehmen möchte. Der nächste Familiennachmittag ist am 28. April (Sonntag) von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. „Wer Lust hat, kann sich dann direkt vor Ort anmelden“, sagt Roman Kurth.

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