Jugendliche wollten Lehrer töten: Landgericht verhandelt ab Januar wegen Mordversuchs

dzAnklage zugelassen

Der Prozess gegen drei Jugendliche, die im Mai versucht haben sollen, einen Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule zu töten, beginnt am 9. Januar. Es geht um versuchten Mord.

Dortmund

, 15.11.2019, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Prozess gegen die drei Jugendlichen, die im Mai versucht haben sollen, einen Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule zu töten, beginnt am 9. Januar (Donnerstag). Das bestätigt Landgerichtssprecher und Richter Thomas Jungkamp.

Die zuständige Jugendstrafkammer habe die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft „ohne Veränderungen zugelassen“. Die Vorwürfe gegen die drei Jugendlichen lauten demnach: versuchter Mord und Verabredung zu einem Verbrechen.

In Hinterhalt gelockt

Laut Staatsanwaltschaft lockten die inzwischen 17, 18 und 19 Jahre alten Angeklagten den Lehrer am 9. Mai unter einem Vorwand auf einen ablegenen Teil des Lehrerparkplatzes. Angeblich hatte es einen medizinischen Notfall gegeben und der Pädagoge sollte helfen.

Tatsächlich sollen die Jugendlichen jedoch vorgehabt haben, den Lehrer mit einem Hammer zu erschlagen. Mögliches Motiv: Der jüngste der drei Angeklagten soll sich über seine schlechte Benotung durch den Pädagogen geärgert haben.

Lehrer war vorsichtig

Der Lehrer will an jenem Tag jedoch sofort gemerkt haben, dass etwas nicht stimmte. Die Situation sei ihm merkwürdig vorgekommen, daher habe er bewusst darauf geachtet, keinem der Jugendlichen den Rücken zuzudrehen. Gut möglich, dass ihm diese Vorsicht das Leben gerettet hat.

Nachdem ein weiterer Schüler, der von dem Vorhaben gewusst haben soll, seine Eltern eingeschaltet hatte, wurde das Trio vorläufig festgenommen. Auswertungen der Mobiltelefone sollen später ergeben haben, dass sich die Jugendlichen nach dem gescheiterten Anschlagsversuch per WhatsApp darüber ausgetauscht haben, einen weiteren Versuch zu unternehmen. Dazu kam es jedoch nicht mehr.

Keine Untersuchungshaft

Die Angeklagten befinden sich nicht in Untersuchungshaft. Insgesamt hat das Landgericht für den Prozess zunächst zehn Verhandlungstage angesetzt. Diese Zahl kann sich jedoch auch noch deutlich erhöhen.

Der Lehrer hat sich für die Verhandlung als Nebenkläger gemeldet. Das bedeutet: Er darf von Beginn an Teil der Sitzung sein und muss nicht etwa warten, bis die Kammer ihn als Zeugen vernommen hat.

Verhandlung soll öffentlich sein

Da einer der Jugendlichen schon über 18 Jahre alt ist, ist die Verhandlung zunächst einmal öffentlich. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass einer der Beteiligten zu Beginn einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit stellt. Über diesen müssten die Richter dann in einem ersten Schritt entscheiden.

Bei einer Verurteilung nach Jugendstrafrecht droht den Angeklagten im Maximalfall eine Strafe von zehn Jahren Jugendhaft.

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