Wenn die 7-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt, ist Shopping in der City mit negativem Corona-Test und ohne Terminbuchung möglich. © Kevin Kindel

Inzidenz in Dortmund unter 100 – doch das RKI warnt vor zu früher Freude

Lockerungen in Sicht: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Dortmund erstmals seit sechs Wochen unter 100. Genau wie damals warnt das RKI aber vor trügerischen guten Nachrichten.

Seit mehr als zwei Wochen zeigt der Trend der Corona-Inzidenz in Dortmund deutlich nach unten. Immer wieder gibt es zwar einzelne Tage, an denen der wichtige Wert kurzzeitig leicht ansteigt, insgesamt sinken die Infektionszahlen der Stadt aber.

Am 7. April lag Dortmunds Zahl der Neuinfektionen binnen 7 Tagen pro 100.000 Einwohnern laut Robert-Koch-Institut (RKI) zum bislang letzten Mal unter 100. Am Mittwoch (19.5.) wurde diese Grenze erstmals wieder unterschritten: Das RKI meldete eine Inzidenz von 99,3.

Dortmund kann sich im Schnitt 84 neue Fälle „erlauben“

Wenn die Inzidenz stabil unter 100 liegt, wird Dortmund die Ausgangssperre los und es dürfen sich wieder etwas mehr Menschen treffen. Auch die Außengastronomie wird wieder möglich.

Anhand der Bevölkerungszahl, die das Robert-Koch-Institut zur Ermittlung der Inzidenz heranzieht, kann man ausrechnen, wie viele Neuansteckungen sich Dortmund „erlauben“ kann, um knapp unter der 100er-Grenze zu bleiben. Über eine Woche gesehen sind es im Schnitt 84 neue Corona-Fälle pro Tag.

Von Freitag bis Montag (14. bis 17.5.) lagen die einzelnen Tageswerte bereits teils deutlich unter dieser Schwelle (53, 82, 50, 25). Doch das Robert-Koch-Institut hat zu Beginn der Woche gewarnt, dass die Zahlen aktuell trügerisch sein könnten.

„Aufgrund des Feiertags am 13. Mai ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen“, heißt es. Dadurch würden weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führe dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet würden.

Zu Ostern war die RKI-Warnung berechtigt

So einen Hinweis hat das RKI bereits zu Ostern veröffentlicht – und tatsächlich ist die Inzidenz in den Tagen danach auffallend niedrig gewesen. Zuvor war der Wert bis auf 143 am 31. März, dem Mittwoch vor den Ostertagen, geklettert. Dann fiel er bis auf 97 am 6. April, dem Dienstag nach den Feiertagen. Anschließend schnellten die Fallzahlen wieder steil in die Höhe.

Wirklich vergleichbar ist die Lage jetzt aber nicht. Vor Ostern waren die Fallzahlen schließlich angestiegen – vor Christi Himmelfahrt (13.5.) waren sie aber bereits im deutlichen Sinkflug.

Die Sprecherin des Dortmunder Gesundheitsamtes, Anke Widow, sagte am Montag: „Selbstverständlich sind wir hoffnungsvoll – sollte sich der positive Trend weiter fortsetzen -, dass vielleicht in der nächsten Woche die Inzidenzwerte stabil unter der 100er-Marke liegen könnten.“

Eine Glaskugel für einen sicheren Blick in die Zukunft habe man nicht. Aber: „Wenn sich alle an die Regeln halten, stehen die Chancen gut, dass sich bald die Lage für alle verbessern könnte.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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