Investor darf erst einmal nur drei Wohnhäuser am Brackeler Hellweg bauen

dzBrackeler Hellweg

Ein Bagger und ein großer Kran sind da: Die Bauarbeiten im Dreieck zwischen Brackeler Hellweg, Reichshof- und Nießstraße haben begonnen. Drei Gebäude mit 56 Wohnungen entstehen bis 2021.

Brackel

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

„Wir haben noch einiges abgebrochen und mit der Ausschachtung begonnen“, schildert Wolfgang Froese, Leiter des Aplerbecker Familienunternehmens Bauträger Froese, das auf dem über 8000 Quadratmeter großen Grundstück am Brackeler Hellweg 94 bis 106 drei Gebäude errichtet. In zwei Häusern sollen jeweils 21 und im dritten 14 Wohnungen entstehen, also zusammen 56. Die Wohnungsgrößen reichen von 43 bis 111 qm. Die Gebäude werden nach Angaben des Investors zwei normale Geschosse und zwei kleinere Geschosse im Dach haben. „Die Häuser werden sich gut in die vorhandene Bebauung einfügen“, versichert Wolfgang Froese.

Voraussetzung für zusätzliche Häuser im Innenraum ist ein Bebauungsplan

Trotz des Baubeginns ist der Unternehmer nur halb zufrieden, denn gerne würde er im Anschluss an die Fertigstellung der drei Wohnhäuser noch zwei weitere Gebäude mit jeweils 15 Wohnungen im Innenraum des Komplexes bauen. Doch dies wird nicht so schnell gehen, wie er gehofft hatte. Das Planungsamt habe ihm mitgeteilt, dass diese Innenraumverdichtung ohne einen Bebauungsplan nicht möglich sei. Es müsse also zunächst ein Bebauungsplan für die Fläche erstellt werden, bevor die beiden zusätzlichen Gebäude errichtet werden könnten. Wolfgang Froese bedauert diese Entscheidung der Verwaltung. Dort würden Mitarbeiter durch die Erarbeitung des Planes gebunden. Ohne B-Plan wäre alles einfacher gewesen und sein Unternehmen hätte nach den Bestimmungen des Paragrafen 34 des Baugesetzbuches bauen können. Die Umgebung sei doch vorgeprägt, das zeigten Luftbilder ganz klar, deshalb sei ein B-Plan unnötig, findet er. Unterstützung habe er auch von der Bürgerinitiative Brackeler Dreieck bekommen. „Alle Anwohner haben der Wohnbebauung zugestimmt. Die Bürgerinitiative hat über 150 Unterschriften gesammelt.“

Bürgerinitiative wehrte sich gegen Supermarkt in diesem Bereich

Auf Rückfrage dieser Redaktion bestätigt Bernd Wangerin, Sprecher der Bürgerinitiative Brackeler Dreieck, dass die BI nichts gegen die Wohnbebauung einzuwenden habe und auch mit der Innenraumverdichtung durch zwei zusätzliche Gebäude einverstanden wäre. Die BI sei 2016 entstanden im Widerstand gegen einen möglichen Supermarkt in diesem Bereich, der viele Parkplätze und zusätzlichen Verkehr bedeutet hätte.

Für Wolfgang Froese ist die Hängepartie in Sachen Innenraumverdichtung „ärgerlich“. Im Prinzip verstehe er zwar das Planungsamt. Hintergrund sei die Angst, verklagt zu werden. „Mit einem Bebauungsplan ist man nicht mehr angreifbar.“ Die Behörde wolle eben auf der sicheren Seite sein. Doch gebe es in diesem Fall keine Angriffsfläche. „Niemand wird durch die neue Bebauung beschattet. Es entsteht auch kein zusätzlicher Verkehr“, argumentiert er.

Zusätzliche Häuser müssen jetzt schon berücksichtigt werden

Der Investor glaubt nicht, dass er direkt nach der Fertigstellung der drei Wohnhäuser am Brackeler Hellweg in zwei Jahren mit den beiden zusätzlichen Gebäuden beginnen kann. Er geht davon aus, dass sich das Ganze verzögern wird. Dabei müsse er bereits beim jetzigen Bau an die zusätzlichen Häuser denken: bei der Tiefgarage, dort müssten auch für die zukünftigen 30 Mieter Stellplätze vorhanden sein, und auch bei der Heizungsanlage, die dem Standard KfW 55 entsprechen werde. Die beiden zusätzlichen Häuser sollen nach Angaben von Wolfgang Froese baurechtlich zweigeschossig sein, aber aussehen wie eingeschossige und ein Satteldach erhalten.

Der Wohnkomplex erhält lediglich drei Zufahrten, nämlich zwei vom Brackeler Hellweg und eine kleine von der Reichshofstraße aus für zwölf Tiefgaragenplätze. Der Innenbereich soll nach Angaben des Investors eine autofreie Zone mit kleinen Wegen und Bäumchen werden und einen parkähnlichen Charakter haben.

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