Signal-Iduna-Chef Ulrich Leitermann sieht die Dortmunder Versicherungsgruppe gut aufgestellt. 2020 wurde ein Wachstum erreicht, das über dem der Branche liegt. © Stephan Schütze
Versicherung

„In Krisenzeiten wird nicht an der Absicherung von Risiken gespart“

Die Dortmunder Versicherungsgruppe Signal Iduna wächst stärker als die Branche – und zeigt sich in der Corona-Krise vor allem bei einer Versicherung besonders kulant.

Die Versicherungswirtschaft erweist sich in der Corona-Krise als stabil. Das gilt vor allem für die Dortmunder Allfinanzgruppe Signal Iduna, die 2020 noch stärker gewachsen ist als die Branche.

„Wir haben ein Wachstum von drei Prozent erreicht und bei den Beitragseinnahmen erstmals die 6-Milliarden-Euro-Marke übertroffen“, sagt Ulrich Leitermann, Vorstandsvorsitzender der Signal-Iduna-Gruppe. Für den gesamten Versicherungsmarkt in Deutschland wird für 2020 ein Wachstum von 1,2 Prozent ausgewiesen.

„Gerade in Krisenzeiten wird nicht an der Absicherung von Risiken gespart“, erklärt Ulrich Leitermann die positive Entwicklung. „Bei uns kommt noch hinzu“, ergänzt er, „dass dank unserer Digitalisierungsstrategie die Mitarbeitenden und unser Außendienst die Kunden bei jederzeitigem Zugriff auf unsere Computer betreuen konnten. Wir haben alle auch im Home Office und in den Agenturen digital bestens ausgestattet.“ So habe man schon beim ersten Lockdown binnen einer Woche über 80 Prozent der Mitarbeiter „arbeitsfähig und produktiv ins Home-Office“ schicken können.

Signal Iduna reagierte anders als die Branche

Äußerst umstritten war im vergangenen Jahr die Handhabung von Betriebsschließungsversicherungen. Ist mit so einer Versicherung nicht nur die behördliche Einzelverfügung eines Gesundheitsamtes (etwa bei festgestellten Noroviren in einem Hotel), sondern auch die flächendeckende, staatlich angeordnete Betriebsschließung im Rahmen eines Lockdowns versichert? „Nein, das ist nicht abgedeckt“, sagt der Signal-Iduna-Chef. „Trotzdem haben wir jeden Vorgang geprüft und mit unseren Kunden das Gespräch gesucht.“

„Das hat uns eine Menge Geld gekostet“, sagt der Manager. Bei etwa einer halben Million Euro Beitragseinnahmen aus dieser Versicherung habe man bereits im vergangenen Jahr 50 bis 60 Millionen Euro an Schadensleistungen erbracht. Bei den Mitbewerbern in der Branche, die es vielfach auf Klagen ihrer Kunden ankommen ließen, kam das nicht gut an. Allerdings sind die Versicherungsbedingungen in der Branche auch nicht einheitlich.

Signal Iduna hofft auf staatliche Lösung

Wichtig sei jetzt, so Ulrich Leitermann, aus der Krise zu lernen und eine Lösung für künftige Pandemien zu finden. Dabei bedürfe es einer staatlichen Lösung unter Einbindung der Versicherungswirtschaft, sonst seien solche Schäden weder kalkulierbar noch die Prämien bezahlbar.

„In der aktuellen Situation sahen wir uns aber verpflichtet, zu helfen. In über 80 Prozent der Fälle haben wir bereits mit unseren Kunden eine Lösung gefunden. Das war mir sehr wichtig, gerade als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit fühlen wir uns in besonderem Maße unseren Kunden und Mitgliedern verpflichtet“, erklärt der Signal-Iduna-Chef.

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Redaktion Dortmund
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