In Hörde ist nichts mehr wie es war - historisches Wahl-Ergebnis

dzKommunalwahl 2020

Es ist eine der größten Wahlsensationen in Dortmund. Die SPD hat den Status als stärkste Kraft am ehemaligen Stahlstandort eingebüßt. Die Sozialdemokraten sind nur noch Zweiter.

Hörde

, 14.09.2020, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Dreikampf zwischen CDU, SPD und Grüne hätten in Hörde wohl die wenigsten erwartet. Zu weit weg schienen Union und Sozialdemokraten noch bei den letzten Kommunalwahlen 2014. Doch jetzt sind plötzlich alle drei auf Augenhöhe. In der ehemaligen Arbeiterstadt Hörde ein eigentlich unfassbares Wahlergebnis.

Das wird die Sitzverteilung in der Bezirksvertretung ordentlich durcheinander wirbeln. Und es könnt sein, dass es sogar zum ersten Mal in der Hörder Geschichte einen Bezirksbürgermeister gibt, der nicht aus den Reihen der SPD kommt.

Michael Depenbrock (CDU, die CDU kommt auf 28,38 Prozent der Stimmen):

„Das Ergebnis hat mich sehr gefreut, weil ich auch nicht zwingend damit gerechnet habe. Mir war der Abstand zu den Grünen und der SPD wichtiger als die Tatsache, dass wir die Wahl gewinnen“, so Depenbrock. Es müsse jetzt Gespräche geben mit der SPD und den Grünen. Denn Depenbrock würde gerne der nächste Bezirksbürgermeister in Hörde werden. Der erste in der Geschichte, der aus den Reihen der CDU kommt. „Ich glaube tatsächlich, dass in Hörde doch die CDU-Politik der letzten sechs Jahre anerkannt worden ist“, so Depenbrock. Was wohl auch die Zahlen belegen. Zwar verbuchte auch die CDU leichte Verluste, die hielten sich aber im Rahmen.

Werner Sauerländer (SPD, die SPD kommt auf 27,83 Prozent der Stimmen):

„Unserer Verluste sind schon extrem. Damit hatte ich nicht gerechnet. Das hat mich schon deutlich überrascht“, sagt Sauerländer. „Ich hatte noch ein wenig die Europawahl in Erinnerung. Da waren die Grünen stärkste Kraft. Es ist offensichtlich ein Trend, woher auch immer, der auf die Kommunalwahl durchgeschlagen ist.“ Die Arbeit der Partei in den letzten Jahren für Hörde hätte überhaupt nicht durchgeschlagen. Dabei hätte man viele neue Formate ausprobiert, um die Themen an die Bevölkerung weiterzugeben. Jetzt müsse man das Ergebnis erst einmal verdauen.

Klaus Tillmann (Grüne, die Grünen kommen auf 25,57 Prozent der Stimmen):

„Wir sind vom Wahlergebnis natürlich mehr als beeindruckt“, so der stellvertretende Hörder Bezirksbürgermeister. „Also, das hätten wir uns so erhofft, aber dass das jetzt Realität ist, ist schon eine ganz andere Hausnummer“, sagt Tillmann, der aber sofort an die Wähler denkt. Die hohe Stimmenzahl sei natürlich ein ordentliches Päckchen, um den Wählerwillen dann auch umzusetzen. Jetzt sei es wichtig, einen Bezirksbürgermeister zu wählen, der nicht seine Parteiinteressen, sondern die Interessen der Hörder vertrete. „Wir würden auch da gerne den Wandel, der sich in der Gesellschaft abzeichnet, auch in Hörde einmal abbilden können“, sagt Tillmann. Man brauche eben eine Mehrheit für so ein Amt. Egal wie diese später zusammenkomme.

SITZVERTEILUNG

SPD MIT DEN MEISTEN SITZEN

Die Sitzverteilung in der Bezirksvertretung Aplerbeck nach den Kommunalwahlen:
  • CDU: 6 Sitze
  • Grüne: 5 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • FDP: 1 Sitz
  • Die Partei: 1 Sitz
  • Linke: 1 Sitz
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