In einem neuen Kindergarten lernen Kinder Wertschätzung für die Natur

dzKindergarten auf Bauernhof

Eltern, die ihren Kindern ein naturnahes Aufwachsen ermöglichen möchten, haben bald eine neue Möglichkeit dazu: Auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges entsteht ein Natur- und Hofkindergarten.

Derne

, 11.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Miriam (41) und Elmar (44) Schulte-Tigges wollen auf ihrem gleichnamigen Lernbauernhof an der Kümper Heide in Derne ihre Arbeit mit Kindern intensivieren. Schon jetzt - das heißt, wenn keine Corona-Krise ist - kommen jeden Morgen Kindergartengruppen und jeden Nachmittag private Gruppen aus dem gesamten Umfeld, um das Leben auf dem Bauernhof kennenzulernen. So finanziert sich der Hof. „Das Schöne ist“, sagt Elmar Schulte-Tigges, „dass die Kinder nach vier Wochen wiederkommen und dann sehen können, was aus dem geworden ist, was sie bei ihrem vorigen Besuch angepflanzt haben.“

Nun aber plant das Paar zusätzlich, eine feste Kindergartengruppe einzurichten. Kooperationspartner ist die Organisation ZOK (Zukunfts-Orientierte Kinderbetreuung) aus Mülheim. „Das passt gut“, sagt Schulte-Tigges, „weil sich deren Ideale mit unseren decken: naturnah, kinderrechtsbasiert, inklusiv und kultursensibel.“

Die bürokratischen Hürden sind genommen

Mittlerweile sind alle Hürden genommen. Auch die Bezirksvertretung Scharnhorst hat in der Mai-Doppelsitzung ihr Okay gegeben. SPD-Sprecherin Karin Heiermann sagte: „Wir haben uns das vor Ort angesehen und sind total begeistert.“ Und Elmar Schulte-Tigges meint: „Obwohl es nicht ganz einfach war, für dieses Vorhaben zu begeistern, sind wir den beteiligten Behörden und der Politik umso dankbarer, dass wir dieses tolle Projekt nun verwirklichen können.“

Auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges gibt es jede Menge Tiere: Schafe, Ziegen, Ponys, Pferde, ein Schwein, zwei Pfauen, Hühner, ein Hund und Katzen

Auf dem Lernbauernhof Schulte-Tigges gibt es jede Menge Tiere: Schafe, Ziegen, Ponys, Pferde, ein Schwein, zwei Pfauen, Hühner, einen Hund und Katzen. © Andreas Schröter

Geplant ist, dass 20 Kinder - 5 U3 und 15 Ü3 - ab dem Sommer ihr Domizil in einem zehn Meter langen und drei Meter breiten Bauwagen beziehen, der eigens zu diesem Zweck gebaut wird. Darin finden sich unter anderem Tische, Stühle, ein Ruhebereich und eine Kochmöglichkeit. Die Kinder sollen dabei zu zwei Dritteln der Zeit auf Hof, Wiese und im Gelände aktiv sein und sich zu einem Drittel mit speziellen Bauernhof-Themen beschäftigen. So könnten sie regelmäßig die Schafe und Ziegen füttern oder vielleicht eine eigene Hühnerschar betreuen.

Wertschätzung, Teamarbeit und Selbstwirksamkeit

Die Kinder sollen so Empathie und Wertschätzung für Tiere und Pflanzen, aber auch Teamarbeit lernen. Auch der in der Psychologie gebräuchliche Begriff „Selbstwirksamkeit“ soll zum Tragen kommen, also die Überzeugung einer Person, auch schwierige Situationen und Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können. „Natur- und Hofkindergarten“ heißt diese Art von Kindergarten im offiziellen Sprachgebrauch.

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Dem Ehepaar ist wichtig, dass nicht nur Kinder aus reichen Familien angemeldet werden. „Wir wollen eine soziale Durchmischung“, sagen sie. Es sei auffällig, dass der Bauernhof für Kinder aus der Nordstadt ein noch viel größeres Aha-Erlebnis biete, als für solche aus anderen Teilen der Stadt.

Die Eltern müssen abgesehen von Essensgeld keine zusätzlichen Beiträge für die Betreuung an den Lernbauernhof als Träger leisten. Allein die üblichen Beiträge an das Jugendamt sind zu zahlen. Infos über E-Mail info@lernbauernhof-schultetigges.de oder die Website des Lernbauernhofes Schulte-Tigges
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