In der Lindemannstraße 56 zieht offenbar ein neuer Gastro-Betrieb ein

dzKreuzviertel-Problem-Haus

Es tut sich was in der prominentesten Problem-Immobilie des Kreuzviertels. Die Anzeichen, dass im Haus Lindemannstraße 56 bald ein neuer Gastronomie-Betrieb einzieht, verdichten sich.

Kreuzviertel

, 12.08.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahre lang herrschte überwiegend Stillstand im Wohn- und Geschäftshaus Lindemannstraße 56. Einzig die in der Nachbarschaft so beliebte Pommesbude mit Namen Hubertus-Grill signalisierte, dass hier noch ein Funken Leben in der Bude war. Über die Jahre hinweg hatten alle Mieter die Wohnungen verlassen, auch der Bäckereibetrieb sowie eine Arztpraxis hatten es hier nicht lange ausgehalten. Letztere war zum Oktober 2017 ausgezogen. Eine Top-Immobilie in einer Top-Lage – und trotzdem Mieterschwund?

Ex-Eigentümer ist verstorben

Der Grund für die Abwärtsspirale des Hauses ist eine tragische Geschichte. Die Geschichte eines Rechtsanwalts, der die Lindemannstraße 56 und drei weitere Häuser nach dem Tod seiner Eltern geerbt hatte.

Einsam soll der Mann gewesen sein, wie Nachbarn erzählten. Und irgendwann sei er psychisch krank geworden, hätte sich weder um seine Häuser, noch um die Mieter geschert, obschon er selbst noch in seinem Haus im Kreuzviertel wohnte. Im Gegenteil sogar – er hätte sie alle raus haben wollen, seine Miter, die Wohnungen und Ladenlokale habe er zudem nicht mehr weitervermietet. 2016 starb der Jurist. Es soll ein Freitod gewesen sein, der einen Feuwehreinsatz in der Lindemannstraße 56 auslöste. Seitdem stand das Haus unter Obhut eines Nachlassverwalters.

Haus kam unter den Hammer

Im vergangenen Jahr ergaben die Recherchen unserer Zeitung, dass für das Haus Lindemannstraße 56 ein Käufer gesucht wurde. Und mittlerweile soll das Gebäude unter den Hammer gekommen sein. Das jedenfalls will ein Mann wissen, der es wissen müsste – aber nicht namentlich genannt werden will. Sagen, wer der neue Hausbesitzer ist, möchte er auch nicht.

Dass es einen neuen Eigentümer gibt – und der wohl dabei erfolgreich ist, neue Mieter zu finden – impliziert noch etwas anderes: Am und im Haus tut sich was. Genauer gesagt in dem ehemaligen Ladenlokal der Bäckerei.

In der Bäckerei wird umgebaut

Die Schaufenster sind halbherzig von innen mit Zeitungsseiten als Sichtschutz beklebt. Halbherzig, weil man eben doch von außen reinschauen kann. Und im Lokal wird gerade kräftig umgebaut, so wie es ausschaut. Seit ein paar Wochen soll das schon so sein. Neben einem Schaufenster des Ladenlokals hängt außerdem ein Zettel mit dem Hinweis, dass aufgrund von Bauarbeiten nicht direkt davor geparkt werden sollte.

Laut einem Nachbarn soll ein italienisches Restaurant einziehen. Aus der ehemaligen Bäckerei soll bald eine Pizzeria werden. Nachmittags soll der neue Inhaber öfter da sein, um beim Umbau zu helfen.

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