In der Krise zieht Peter Schiefelbein sein größtes Projekt durch

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Die andauernden Einschränkungen der Corona-Krise bringen viele Geschäftsinhaber in Finanznöte. In der Situation stemmt Elektronikgeräte-Händler Peter Schiefelbein ein 500.000-Euro-Projekt.

Marten

, 24.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Peter Schiefelbein ist 67 Jahre alt. Vor 42 Jahren eröffnete er sein Elektronik-Fachgeschäft in Marten. Obwohl er längst seinen Ruhestand plant, stemmt er nochmal das größte Projekt seines Lebens.

Im August zieht er mit seinem kompletten Geschäft und fünf Mitarbeitern um. Nicht weit. Das neue Geschäft an der Martener Straße ist vom alten Geschäft aus auf der anderen Straßenseite zu sehen.

Neues Geschäft wird 100 Quadratmeter größer

Mit dem Umzug vergrößert er seinen Betrieb von 250 auf 350 Quadratmeter, da ist viel Platz für neue Ideen. So wird es in dem neuen Geschäft eine wesentlich größere Abteilung für Kaffee-Vollautomaten geben und auch die Ausstellung für Einbaugeräte soll wachsen.

Der von Schiefelbein besonders geschätzte Service- und Reparaturbereich wird sogar einen eigenen Eingang bekommen. Seit März plant Schiefelbein diesen Neustart, den zweiten nach der Flutkatastrophe im Jahr 2008. Diesmal allerdings ist der auslaufende Mietvertrag der Grund für den Umzug.

Von der Corona-Krise nicht so hart getroffen

Dieser Schritt wirkt während der Corona-Krise sehr gewagt. Viele Branchen leiden unter den Beschränkungen. Nicht so die Elektronik-Fachgeschäfte, meint Schiefelbein. „Aufgrund unserer geringen Größe und des Service-Schwerpunktes hat uns Corona nicht so hart getroffen“, so Schiefelbein.

Im Gegenteil. Der Martener Geschäftsmann verzeichnet seit rund drei Jahren einen deutlichen Aufschwung. Lange Zeit stöhnten die kleinen Elektronik-Händler unter der Konkurrenz durch die großen Märkte. Doch es gebe einen Wandel, so Schiefelbein.

Fernseher werden immer öfter geliefert

Das liege zum einen an der Technik: „Die Fernseher sind mittlerweile so groß, die bekommt keiner mehr in sein Auto.“ Deshalb kauften immer mehr Kunden in Geschäften, die die Produkte auch anliefern können.

Zum anderen werde die Technik, auch bei Waschmaschinen und Trocknern, immer komplizierter. Viele Kunden bitten darum, dass die Geräte von Fachleuten aufgestellt werden. Und dies kann Schiefelbein bieten.

Investor wird im September vorgestellt

Und einen weiteren Trend meint Schiefelbein erkannt zu haben: „Vor zehn bis zwölf Jahren begannen die Kunden, sich hochwertige Küchen einbauen zu lassen“. Jetzt sei die Zeit gekommen, in der die ersten Einbaugeräte erneuert werden müssen.

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Dieser Optimismus gibt Peter Schiefelbein ein gutes Gefühl dabei, die Zukunft seines Geschäftes zu regeln. Auf dem Martener Sommerfest am 18. September will Schiefelbein einen Investor vorstellen, der das Elektronik-Geschäft mit den jetzigen Mitarbeitern fortführen wird. Schiefelbein selbst wird in dem Geschäft aktiv bleiben, aber dann in beratender Funktion.

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