In der Dortmunder City entstehen 65 Wohnungen - auf einem alten Bunker

dzNeues Wohngebäude

Ein Neubau an der Ruhrallee gehört zu den spektakulärsten Bauvorhaben in Dortmund. Der Name des Wohnprojekts lässt Herzen höher schlagen. Fachleute stehen vor einer besonderen Herausforderung

Saarlandstraßenviertel

, 10.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine riesige Fläche nackten Stahlbetons erstreckt sich an der Ruhrallee neben Wohnbebauung, Kindergarten und Gemeindezentrum. Auf dem Brachgelände zwischen Leipziger Straße, Landgrafenstraße und Markgrafenstraße entsteht in den nächsten Monaten ein Wohnkomplex.

65 Wohnungen sollen hier entstehen, gebaut von der CG-Gruppe aus Berlin. Der Name des Komplexes ist Dortmundern aus sportlichen Zusammenhängen sehr gut bekannt und weckt positive Gefühle: Wegen seines terrassenförmigen Aufbaus wird das Gebäude „Südtribüne“ genannt.

Die eigentliche Besonderheit liegt im Verborgenen: Das Wohngebäude entsteht auf einem mehr als 75 Jahre alten unterirdischen Bunker. Der diente seit 1977 als ABC-geschützter Rückzugsort für den Krisenstab der Stadt Dortmund im Katastrophenfall. Erst 1992 wurde die Kommandozentrale aufgegeben.

Bauvorbereitungen laufen

Vor fast genau einem Jahr wurden auf dem knapp 5700 Quadratmeter großen Gelände bereits Garagen und Schuppen abgerissen und wucherndes Grün gerodet. Jetzt aber geht es richtig los an der Großbaustelle. Zwei Kräne, Bagger und eine Reihe Baucontainer stehen bereit.

Am 6. Februar (Donnerstag) wird der Grundstein gelegt. Bis dahin sind rund um den Flachbunker, der fast 70 Prozent der Fläche bedeckt, Arbeiter damit beschäftigt, den Bau vorzubereiten.

So soll der neue Wohnkomplex an der Ruhrallee aussehen.

So soll der neue Wohnkomplex an der Ruhrallee aussehen. © Visualisierung kadawittfeldarchitektur

Das Wohngebäude wird nicht direkt auf der drei bis sechs Meter dicken Stahlbetondecke errichtet, obwohl diese eigentlich tragfähig genug sein sollte. „Das lässt sich statisch aber nicht abbilden“, sagt Franz Benölken, Projektleiter der Baufirma Eiffage.

Deshalb wird der viergeschossige Komplex auf drei massiven Säulen über dem als Parkdeck genutzten Flachbunker schweben. 60 Auto-Stellplätze sollen dort entstehen. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 4380 Quadratmeter, geplant ist auch eine kleine Einheit für Gewerbe.

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Die Wohnungen sollen zwischen 1,5 bis 5 Zimmer haben und zwischen 27 und 133 Quadratmeter groß werden. Fast alle erhalten eine Loggia oder Terrasse. Zusätzliches Grün wird es im Innenhof geben.

Drei der fünf Treppenhäuser und der Haupteingang sind mit Aufzügen ausgestattet, sodass Bewohner und Besucher barrierrefrei in die Wohnungen kommen können.

Aus einem Weltkriegs-Bunker wird die „Südtribüne“

Die alte Bunkeranlage, unter der noch ein Tiefstollen liegt, bleibt vollständig erhalten und soll weiter zu besichtigen sein. Während der Bauphase können Führungen aber nur eingeschränkt stattfinden, damit die Sicherheit der Teilnehmer gewährleistet ist.

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Mit der Aufstockung des Bunkers werde „seine drückende Massigkeit aufgehoben“, heißt es in dem Konzept. Das offene Parkdeck stelle eine visuelle Balance zwischen dem Bunker und den darüberliegenden Wohngeschossen her.

Die CG-Gruppe investiert nach eigenen Angaben 22 Millionen Euro in das Projekt. Bis die „Südtribüne“ fertig ist, wird es aber noch dauern. „Spätestens Ende 2021“ sollen Menschen in die Wohnungen ziehen können.

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„Mit dem Projekt Südtribüne in Dortmund tritt die CG Gruppe den Beweis an, dass der Wandel von einem augenscheinlich schwierigen Bestandsobjekt zu einem modernen Wohnkomplex gelingen kann“, erklärt der Investor auf seiner Homepage. Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit den Büros Kadawittfeldarchitektur aus Aachen und Planquadrat Architekten aus Duisburg ausgearbeitet.

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