In Berghofen entstehen Pott-Krimis und manchmal auch Kinderbücher

dzHorst Karbaum

Horst Karbaum schreibt Bücher. Erst seit drei Jahren und meistens unter Pseudonym. Woher der Berghofer die Phantasie her hat? Er wohnt in einem Haus, das auch im Auenland stehen könnte.

Berghofen

, 15.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Jetzt ist Horst Karbaum sicher einer, der selbstbewusst durchs Leben geht. Der gelernte Ingenieur und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige der IHK zu Dortmund hat auch schon der ARD ein Drehbuch zu einem Dortmund-Tatort angeboten. Genommen wurde es am Ende nicht. Auch das Projekt „Stadtbeschreiber“, das die Stadt Dortmund ausgelobt hat, wäre etwas für ihn. „Beworben habe ich mich, ich hoffe, dass es bald losgeht“, sagt der 68-Jährige.

Aber zurück zu seinem Schreiben. Das erste Buch, ein Krimi aus dem Pott, hat er aus Frust und Ärger geschrieben. Ein Streit mit einem Menschen, den er nicht näher beschreiben möchte, war der Anlass. Die Wut ging aufs Papier. „Es tat mir gut zu schreiben, es hat mir geholfen“, sagt Karbaum, der plötzlich das Autorendasein für sich entdeckt hat. Die Buchstaben flossen nur so aufs Papier in dem ungewöhnlichen „Hügelhaus“ in Berghofen.

Schreiben als Hobby und Verlegen im Selbstverlag

Klar, nur als Hobby und im Selbstverlag, aber seine Werke haben durchaus schon eine gewisse Fan-Gemeinde. „Die Lesungen, die ich in unregelmäßigen Abständen halte, sind immer ganz gut besucht“, sagt Horst Karbaum. Zuletzt war er in der Stadtteilbibliothek Aplerbeck an der Köln-Berliner-Straße zu Gast.

Nicht unter seinem richtigen Namen, sondern unter seinem Pseudonym. „Ich möchte aber nicht, dass sie den Namen schreiben“, sagt Karbaum (richtiger Name). Seine Frau fände das nicht gut. Verraten wird nur, dass der Held der Geschichten Amor Amaro heißt. Neben der Reihe seiner Krimis aus dem Kohlenpott, in denen eine Stadt mit enormer Ähnlichkeit zu Dortmund vorkommt und in der der Dortmund-Kenner vieles wiederentdecken wird, was die Ruhrgebietsstadt so ausmacht, hat sich der Berghofer jetzt auch an Kinderbücher gewagt.

Ein Kinderbuch für die drei Enkelkinder

Sein Erstlingswerk hat er seinen drei Enkelkindern gewidmet. „Ich wollte ihnen etwas fürs Leben mitgeben“, sagt der Autor. Die Geschichte spielt im alten Ägypten, ist angelehnt an die Flucht Moses‘ und seines Volkes. „Es ist kein kirchliches Buch“, so der Autor. Und in Ägypten sei er auch noch nie gewesen. Aber es sei eine Geschichte über Flüchtlinge. Über Kinder, die ihre Heimat, ihre Freunde und ihr ganzes Spielzeug zurücklassen müssen, weil sie um ihr Leben fürchten. „Ich hoffe, ich habe die Geschichte kindgerecht aufgeschrieben“, sagt der 68-Jährige.

„Der kleine Peter auf dem Weg ins verheißene Land“ heißt das Buch, das von der Aplerbeckerin Stina Kirchhoff illustriert wurde. In der Nachbarschaft hat er dann mal Bücher an Familien verteilt, die Kinder im Alter ab acht Jahren haben. „Da ist die Geschichte gut angekommen“, so Karbaum. Neben seiner Hobby-Autoren-Tätigkeit greift Karbaum auch gerne zur Kamera. Seine Fotografien aus aller Welt gibt es im November im Wasserschloss Haus Rodenberg zu sehen.

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