Imker, Künstler, Lebenskünstler: Führung mit Fedor Thadeusz ist mehr als eine Natur-Tour

dzWildkräuterführung in Lütgendortmund

Fedor Thadeusz liebt Insekten. Regelmäßig bietet er Führungen am Haus Dellwig an. Teilnehmer erleben spannende Touren, denn er kennt sich auch mit Kunst und Bienen aus. Wir stellen ihn vor.

Lütgendortmund

, 16.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn Fedor Thadeusz mit Anke Roßmannek Ende Juni wieder zur Wildkräuterführung ans Wasserschloss Dellwig einlädt, wird es lehrreich: Mit geschultem Auge entdecken der Insektenexperte und die Kräuterpädagogin Pflanzen, deren Nutzen nur wenigen bekannt ist, und Insekten, deren Namen ebenfalls nur wenige Menschen kennen.

Imker, Künstler, Lebenskünstler: Führung mit Fedor Thadeusz ist mehr als eine Natur-Tour

Anke Roßmannek und Fedor Thadeusz laden seit vier Jahren unter dem Titel „Haldensalat“ zu ihren gemeinsamen Führungen ein. © Stephan Schuetze

Dass Thadeusz auch eine geschickt getarnte Spinne nicht verborgen bleibt, mag etwas mit seiner Passion zu tun haben. „Ich habe Insekten von Kindheit an geliebt. Es begann dann auch gleich einmal mit einem schmerzhaften Stich, denn ich musste die Bienen einfach anfassen“, erinnert er sich. Ab und an fuhr er mit seiner Familie in ein Ferienhaus ins Weserbergland. Erholung vom Ruhrpott für die Eltern, Natur pur mit vielen Insekten für den Sohn. Und weil in einer Industriestadt die Natur nicht vor der Haustür beginnt, holte Thadeusz sie nach Hause. „Ich hatte ein Terrarium. Auch eine Vogelspinne. Nicht immer zur Freude meiner Mutter. Denn natürlich ist sie mir mal weggelaufen“, berichtet er.

Bienenstöcke über den Garagen

Aufgewachsen ist der 43-Jährige an der Steinhammerstraße, der man ihre Nähe zu Industrie und Zeche immer noch ansieht. Inzwischen lebt er wieder dort. Terrasse mit Blick auf einen Garagenhof, über den Garagen Bienenstöcke. Industrieromantik mit blätternder Farbe auf Garagentoren, ein paar Birken und Pflanzen. Nichts für Landeier vielleicht, aber genau richtig für einen Freigeist, absolut perfekt für Fedor Thadeusz.

„Es liegt wohl in der Familie“, zuckt Thadeusz beim Gespräch mit den Schultern. „Mein Onkel war Meisterschüler bei Joseph Beuys in Düsseldorf, und mir liegt die Kunst auch von Kindheit an im Blut.“ Und die künstlerische Freiheit. Nach dem Abitur am Helene-Lange-Gymnasium begann er eine klassische Gesangsausbildung und brach sie wieder ab, studierte Philosophie und stieg wieder aus. Denkgrenzen mag er nicht, Zwänge auch nicht. Er ist lieber Lebenskünstler mit der Möglichkeit zur völlig freien Entfaltung.

Beim Winterleuchten im Märchenzelt

Thadeusz schrieb Bücher, lernte erst selbst Didgeridoo zu spielen, bringt seitdem auch anderen Leuten bei, das traditionelle Instrument der australischen Ureinwohner zu spielen. Thadeusz war in verschiedenen Bands unterwegs und arbeitet seit 13 Jahren für den Westfalenpark. Beim Winterleuchten ist er der Mann, der im Märchenzelt den Kindern spannende Geschichten vorliest.

Durch die Musik landete Thadeusz schließlich bei der Imkerei. „Ein befreundeter Musiker und Bienenzüchter musste seine Völker wegen einer Allergie abgeben und hat mit die Bienen und seine Schleuder geschenkt“, berichtet Thadeusz. 2006 war das. Inzwischen hat er vier Völker und zwei Ableger. 40 Kilogramm Honig hat er 2018 geerntet.

Imker, Künstler, Lebenskünstler: Führung mit Fedor Thadeusz ist mehr als eine Natur-Tour

Am 30. Juni gibt es die nächste Kräuterführung am Haus Dellwig in Lütgendortmund. © Stephan Schuetze

Vieles von dem, was er über Insekten und Bienen weiß, gibt der Lütgendortmunder gern weiter. Seit vier Jahren arbeitet er mit der Kräuterpädagogin Anke Roßmannek zusammen. Gemeinsam laden sie zu ihren Führungen ein. An besondere Orte wie den Tippelsberg in Bochum, die Halde Hoheward in Herten, am Schloss Crange in Wanne-Eickel oder eben am Wasserschloss Dellwig in Lütgendortmund können die Teilnehmer einiges lernen und entdecken.

Imker, Künstler, Lebenskünstler: Führung mit Fedor Thadeusz ist mehr als eine Natur-Tour

Auch kleine Tiere wie diese Listspinne bleiben Fedor Thadeusz nicht verborgen. © Fedor Thadeusz

Denn die Kräuterpädagogin kann viel über die heimischen, nicht kultivierten, Nahrungs- und Arzneipflanzen berichten. Und Fedor Thadeusz glänzt mit gutem Auge. Er entdeckt selbst gut getarnte Tiere und kann viel über sie berichten. Das nächste Mal am 30. Juni. Dann steigt am Haus Dellwig die nächste Wildkräuterführung.

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