IHK zum Flughafen Dortmund: „Den Gegnern gehen die Argumente verloren“

dzAirport Dortmund

Dass eine wissenschaftliche Studie dem Dortmunder Flughafen eine enorme wirtschaftliche Bedeutung attestiert, freut die Industrie- und Handelskammer. Eine Sache müsse aber besser werden.

Dortmund

, 07.09.2020, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder Flughafen sichert Tausende Arbeitsplätze, generiert jährlich 60 Millionen Euro für öffentliche Haushalte und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Instituts für Verkehrswissenschaft der Universität Münster.

Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund (IHK) sieht sich durch diese Studie darin bestätigt, dass ihre langfristige Unterstützung des Flughafens richtig ist.

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„Die Weiterentwicklung des Dortmund Airport zu unterstützen, ist kein stures Weiter-so, sondern findet auf der Basis des Bedarfes der regionalen Wirtschaft und auf Basis sachlicher Grundlagen wie konkreter Untersuchungen oder Befragungen statt“, erläutert IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann die Meinungsbildung in der IHK.

„Zu kaum einem Thema wird es eine 100-prozentige Unterstützung der rund 55.000 IHK-Mitglieder in unserem Bezirk geben, aber alle Untersuchungen zeigen eine eindeutig mehrheitliche Tendenz, sodass auch unsere Abwägung entsprechend eindeutig ausfällt“, so Dustmann.

IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann

IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann sieht in der wissenschaftlichen Studie eine Bestätigung für den Kurs der Kammer: „Die Weiterentwicklung des Dortmund Airport zu unterstützen, ist kein stures Weiter-so, sondern findet auf der Basis des Bedarfes der regionalen Wirtschaft statt.“ © Stephan Schuetze

Internationale Geschäftsreisen, so die IHK in ihrem Statement, würden zwar in der aktuellen Situation hinterfragt, blieben aber auch in Zukunft unverzichtbar für das Exportgeschäft. Darüber hinaus würden auch Betriebe, die selbst nicht den Flughafen nutzen, wie Hotels, Taxis, Restaurants, Einzelhandel und Freizeiteinrichtungen, profitieren.

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„Die vorliegende Untersuchung weist nach, dass jeder Geschäftsreisende, der über den Dortmund Airport eintrifft, im Durchschnitt 600 Euro in dieser Region ausgibt“, so die IHK.

Aus Sicht der IHK sind folgende Ergebnisse der Münsteraner Studie besonders hervorzuheben:

1. Der Dortmund Airport ist ein Flughafen für Geschäftsreisende. Die Unternehmerbefragung der IHK aus September 2019 zeige, dass 77 Prozent der befragten Unternehmen den Dortmund Airport bereits für ihre Geschäftsreisen nutzen - mit einer weiter steigenden Tendenz. Die vorliegende Analyse der Universität Münster messe einen Anteil von 21 Prozent Geschäftsreisenden am gesamten Passagieraufkommen.

Übertragen auf das Jahr 2019 wären das in Summe 571.000 Geschäftsreisen über den Dortmund Airport. „Mit solchen Ergebnissen gehen den Flughafengegnern die sachlichen Argumente verloren, um weiterhin zu behaupten, der Dortmund Airport sei kein Geschäftsflughafen“, so Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund.

2. Der Dortmund Airport konnte seine Bedeutung für den Arbeitsmarkt deutlich steigern. Der nationale Beschäftigungsmultiplikator lag, so die IHK, in einer 2006 erhobenen Studie bei bereits guten 1,8. In der aktuellen Studie sei dieser Wert auf 2,5 gestiegen, sodass für jede am Flughafen Dortmund beschäftigte Person 2,5 weitere Personen eine Beschäftigung erhalten.

In absoluten Zahlen würden damit 6430 Arbeitsplätze durch den Flughafen Dortmund gesichert. Das sind 2201 Arbeitsplätze mehr als vor rund 15 Jahren. „In diesen Werten ist die feste Stationierung der Wizz-Air-Maschinen noch nicht berücksichtigt. Der Dortmund Airport wird seine Bedeutung für den Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren noch weiter steigern“, ist Wulf-Christian Ehrich überzeugt.

3. Regionaler Flughafen erspart Fahrtkosten. Durch konkrete Befragungen am Flughafen konnte die Universität Münster ermitteln, so die IHK, dass Passagiere im Jahr 2018 über 15 Millionen Euro sparen konnten, weil sie nicht zu weiter entfernt liegenden Flughäfen fahren mussten. Das sei gut, meint die IHK, pocht gleichzeitig aber auf eine Verbesserung der Nahverkehrsanbindung. „Die ÖPNV-Anbindung ist bei weitem nicht ausreichend“, sagt Wulf-Christian Ehrich.

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