Ideen für den Sonnenplatz sammelt die Stadt 2020 - Anwohner drängen aber auf Soforthilfe

dzSonnenplatz

Die Beschwerden der Anwohner über Trinkgelage auf dem Sonnenplatz reißen nicht ab. Dass die Stadt den Platz umgestalten will, kommt bei den Bürgern gut an. Sie fordern aber Sofort-Maßnahmen.

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, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Nein, viel getan habe sich nach ihrer Versammlung im Februar nicht, sagen die Bewohner des Hauses Sonnenplatz 15. Der Grünwuchs an den Arkaden sei zurückgeschnitten worden, das schon. Doch weder am nächtlichen Lärm noch an den Trinkgelagen, die teilweise am frühen Nachmittag losgehen, habe sich etwas geändert, ärgert sich Norbert Brauckhoff. „Hier sitzen teilweise 16-jährige Mädchen und ziehen sich die Birne zu.“

In der ersten Tageshälfte seien es Alkohol trinkende Obdachlose, später jüngere Leute und abends Jugendliche, die ihre Lautsprecherboxen aufdrehen. „Am Wochenende ist der Sonnenplatz übersät mit Scherben und Müll“, schimpft Anwohnerin Brigitte Rösler. „Es stinkt weiter nach Urin und Fäkalien“, sagt Brauckhoff. Mehr als einmal haben sie beobachtet, wie Jugendliche dealen und Drogen konsumieren. Die Zustände seien so schlimm geworden, dass er ernsthaft überlege, fortzuziehen, so Brauckhoff.

Bürger wollen regelmäßige Kontrollen

Die Stadt will den rund 3000 Quadratmeter großen Sonnenplatz inklusive der Möllerbrücke nun mit einem „städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerb“ in Angriff nehmen und die Bürger daran beteiligen. Sie sollen in einem mehrstufigen Verfahren ihre eigene Ideen zur Neugestaltung einbringen. Den Auftakt soll es voraussichtlich beim Westparkfest im Sommer 2020 geben. Ungefähr ein Jahr später sollten nach Abschluss des Wettbewerbs erste Ergebnisse vorliegen, schätzt Raimund Stüssel vom Planungsamt. „Dann müssen wir natürlich rechnen, wieviel die Maßnahmen kosten.“

Für Lore Loger, ebenfalls unmittelbare Anwohnerin am Sonnenplatz, wäre das der berühmte Silberstreifen am Horizont. Es sei gut, dass die Stadt nun etwas unternehmen wolle. „Wir würden sicher mitmachen und unsere Vorstellungen einbringen."

Marode Sitzbänke sollen endlich weg

Das Problem ist nur: Die Anwohner wollen nicht erst bis 2021 (oder länger) warten. Sie fordern eine schnelle Hilfe der Stadt durch kleine und zügig umsetzbare Sofort-Maßnahmen. Dazu gehöre, endlich die maroden Sitzbänke abzubauen, die viel zu nah an den Wohnungen montiert seien, sagt Lore Loger. „Regelmäßige Kontrollen durch Polizei und Ordnungsdienst würden mit Sicherheit auch schon Entlastung bringen“, ist sich Brauckhoff sicher. „Dabei müssen dann natürlich auch Platzverweise ausgesprochen werden.“ Anwohnerin Brigitte Rösler hat einen weiteren Vorschlag: Die Stadt solle in der Nähe der Gepäckstation am Rande des Sonnenplatzes eine öffentliche Toilette aufstellen. „Vielleicht würden die Leute dann endlich mal aufhören, sich hier in die Büsche und Hausecken zu schlagen."

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