„Ich dachte, der ist tot“ - Motorrad-Rocker wegen Kutten attackiert

dzLandgericht Bochum

Ein 55-Jähriger ist nach heftigen Prügeln ein Pflegefall. Fünf Männer sollen beteiligt gewesen sein. Nun hat einer sein Schweigen gebrochen, der lange Zeit nichts sagen wollte.

Bochum/Herne/Dortmund

, 23.09.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Prozess um die folgenschwere Rocker-Schlägerei mit einem heute schwerbehinderten Opfer hat zwei Wochen nach den Geständnissen von vier Bandidos-Rockern aus Dortmund, Essen und Herne jetzt auch der fünfte Angeklagte sein Schweigen gebrochen. Viel zu sagen hatte der Bandidos-Präsident (35) am Bochumer Landgericht allerdings nicht – und selbst reden wollte er auch nicht.

„Mein Mandant bedauert, zur Aufklärung des Vorfalls nichts beitragen zu können“, erklärte einer der Verteidiger zu Beginn des Verhandlungstages. Ob der Präsident des Bandidos-Chapters MC Bochum-City/Ruhrpott bei dem folgenschweren Zwischenfall vom 11. August 2018 in Herne überhaupt dabei war, bleibt demnach weiter unklar.

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„Wie ein Baumstamm“

„Die wollten unsere Kutten haben“, erinnerte sich einer der attackierten Motorradocker. Er selbst sei von hinten attackiert worden, sein Kumpel habe einen Faustschlag oder Tritt abbekommen: „Dann habe ich ihn nur noch fliegen sehen. Wie ein Baumstamm. Ich dachte, der ist tot.“

Hintergrund für den Angriff war offenbar eine Art Machtdemonstration. Die „Bandidos“, die damals im Pkw unterwegs waren, sahen damals ihre Gebietshoheit beschmutzt und wollten die zufällig entdeckten Motoradrocker durch das Abnehmen der Kutten demütigen.

Die Anklage lautet unter anderem auf schweren Raub und gefährliche und schwere Körperverletzung.

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